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Das Medium ist die Massage

Matthias Politycki über die neue deutsche Plapperprosa

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Pop oder Flop?

Doch was will uns das einstige Zauberwort "Pop" hier eigentlich noch sagen? Nichts, aber auch gar nichts an dieser neuesten deutschen Plapperprosa ist Pop, umgekehrt wäre dann ja auch Verona Feldbusch eine Repräsentantin der Gegenwartsliteratur. Wenn sich also unsre selbsternannten Verkünder des Zeitgeistes mitsamt ihrer schmalbändigen "Egozentrik-Prosa" (Kiepenheuer & Witsch-Werbung) - der Kitonsakko- und Hosenscheißervariante von "Zlatkos Welt" - als Seifenoper inmitten unsrer vielleicht 30 gleichzeitig stattfindenden Gegenwartsliteraturen zu platzieren suchen: so wäre eigentlich alles in bester Ordnung, denn an unfreiwilliger Komik ist auch im Kulturbetrieb stets Bedarf. Gewiss, eins ihrer Büchlein ist kaum mehr als ein parfümierter Furz - aber, Hand aufs Herz bzw. die Nase, sind wir doch froh, dass wir das unparfümierte Aftersausen eines Handke nicht mehr goutieren müssen! Oder sind unsre Egozentrik-Prosaisten vielleicht gar nichts andres als die zeitgemäßen Coverversionen des ewigen Handke: Ich habe nichts zu erzählen, also erzähl ich Euch wenigstens davon, wie ich neulich mal ziemlich viel getrunken habe und ... na, das haben wir mittlerweile schon bis zum Erbrechen gelesen.

Pixi-Bücher für Große

Dochdoch, ich freue mich wirklich, dass es diese neuen Pixi-Büchlein gibt - für den einen sind sie todernst zu nehmende Trendbarometer des gerade Angesagten, für den andern herrliche Paradebeispiele dafür, wie leicht das todernst Gemeinte ins Lächerliche umkippen kann: Es ist ja nicht zuletzt der Blick des Lesers, der aus einem Buch etwas macht. Weit mehr noch freue ich mich allerdings an ihren Verfassern, genau genommen: an der Selbstvermarktungskompetenz ihrer Verfasser - Hut ab!

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