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Der Investiturstreit

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Auch König Heinrich IV. folgte dieser traditionellen Praxis. Sie war vor allem im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verbreitet, wo seit den Ottonen-Kaisern (9.Jahrhundert) eine besonders enge Verflechtung zwischen Königtum und Reichskirche bestand. Innerhalb dieses "Reichskirchensystems" bildeten die Bischöfe wichtige Stützen der königlichen Herrschaft. Dies widersprach den überlieferten Normen des Kirchenrechts, worauf 1058 Kardinal Humbert von Silva Candida erstmals wieder mit Nachdruck hinwies. Für ihn war die Laien-Investitur vergleichbar mit Simonie, d.h. dem Kauf von Kirchenämtern. Allerdings schlossen sich Papst und Kardinalskollegium dieser scharfen Anprangerung der Laien-Investitur zunächst nicht an.

Die Könige erhoben zudem sakrale (religiöse) Ansprüche, was u.a. durch den Akt der Salbung bei der Thronbesteigung zum Ausdruck kam. Diese sakrale Überhöhung des Königtums wurde von Theologen und Kirchenführen in der zweiten Hälfte des 11.Jahrhunderts mit zunehmender Vehemenz bestritten. Sie sahen in der Person des Königs in religiöser Hinsicht einen einfachen Laien; die sakrale Sphäre sollte Papst und Klerus vorbehalten bleiben. Dieser Streit traf das Herrschaftssystem, das sich unter den Ottonen und Saliern herausgebildet hatte, an einer zentralen Stelle. Umso heftiger musste der Konflikt zwischen Kaiser und Papst sich entwickeln.

Verlauf

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