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Der Platz des Himmlischen Friedens wird zum Schlachtfeld

Chinas Demokratiebewegung in Blutbad erstickt

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Nachdem die Studenten im April zunächst mit Streiks und Demonstrationen ihre Forderungen nach mehr Demokratie, Achtung der Menschenrechte und Anerkennung der unabhängigen Studentenverbände unterstrichen hatten, traten am 13. Mai mehrere 1000 Studenten in den Hungerstreik. Die Lage spitzte sich auch deshalb weiter zu, weil sich immer mehr Bürger dem Studentenprotest anschlossen.

In der Parteiführung herrschte ganz offensichtlich Uneinigkeit darüber, wie mit der Demokratiebewegung umzugehen sei. Parteichef Zhao Ziyang besuchte am 19. Mai die Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens und bekundete seine Sympathie. Einen Tag später verhängte das Politbüro über Peking das Kriegsrecht und ernannte Ministerpräsident Li Peng zu seinem Vollstrecker. In den folgenden zwei Wochen setzten sich im parteiinternen Machtkampf die Hardliner um Deng Xiaoping, Vorsitzender der Militärkommission im ZK und trotz seines Rückzugs von allen Parteiämtern 1987 der starke Mann Chinas, gegen den Reformflügel durch, ließen Truppen aus dem ganzen Land zusammenziehen und schließlich den Platz des Himmlischen Friedens stürmen.

Denunziationen und Hinrichtungen

Nach dem Blutbad gelingt es den Machthabern, durch starke Militärpräsenz, hartes Durchgreifen gegen die "Konterrevolutionäre" und intensive Propaganda, jeden weiteren Protestwillen im Keim zu ersticken. Die Demonstranten werden in Fernsehen, Rundfunk, Zeitungen und Durchsagen über das öffentliche Lautsprechersystem als "Clique der politischen Halunken" und "Abschaum der Gesellschaft" bezeichnet. An die Bevölkerung ergeht die Aufforderung, "Aufrührer und Rowdys" zu denunzieren.

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