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Die Flucht in den Tod

Historischer Hintergrund: Der Untergang der “Wilhelm Gustloff“

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Rückblende Januar 1945: Der Zweite Weltkrieg, der zwei Jahre zuvor vor den Toren Stalingrads seine Wende genommen hatte, ging in die finale Phase. Die Lufthoheit über dem Reich längst verloren, befanden sich die deutschen Truppen auf allen Kriegsschauplätzen im Rückzug.
Die Rote Armee, die 1942 bis vor die Tore Moskaus zurückgedrängt worden war, forderte blutige Vergeltung für den Nazi-Terror. Gerüchte von wahllosen Vergewaltigungen und Massenhinrichtungen trieb die deutschstämmige Bevölkerung in Ostpreußen panisch in großen Flüchtlingszügen - den so genannten Trecks - in den Westen.
Die Angst vor den Gräueltaten war nicht unberechtigt: Der russische Schriftsteller Ilja Ehrenburg etwa rief die russischen Soldaten dazu auf, “zu morden und Rache zu nehmen für das von den faschistischen Bestien verwüstete Vaterland, für Mütterchen Russland“. [Günter Grass: Im Krebsgang. Göttingen: Steidl, 2002]

Wettlauf gegen die Zeit

Ein Wettlauf gegen die Zeit begann im eisigen Winter 1945. Die Rote Armee glitt durch die einst umkämpften deutschen Frontlinien wie ein heißes Messer durch die Butter - die sowjetische Großoffensive lief auf Hochtouren, schneller als erwartet. Der Bevölkerung blieb keine Wahl: flüchten - oder sterben. Doch bei Temperaturen von bis zu - 20 º C schien dies keine Alternative: “Mit der Flucht auf dem Landweg begann das Sterben am Straßenrand“, schreibt Grass im Krebsgang.
Da das Deutsche Reich auf dem Landweg für viele Flüchtlinge jedoch vor dem Eintreffen der Roten Armee nicht mehr zu erreichen war, blieb nur die Hoffnung auf eine Flucht über Wasser. Hunderttausende strömten im Januar in die Küstenstädte Pillau, Danzig und Königsberg, um auf dem Wasserweg zu entkommen.

Operation Hannibal

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