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Die römischen Provinzen

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Seine größte Ausdehnung erlangte das Römische Reich jedoch unter Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.), der die parthischen Gebiete östlich des Euphrats (die Provinzen Armenia, Mesopotamia, Assyria) kurzfristig erobern konnte. Schon mit seinem Nachfolger, dem Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.), wurden diese Gebiete wieder an die Parther zurückgegeben, womit die Expansionspolitik Roms sein Ende fand. Das Römische Reich umfasste nun ca. 40 Provinzen, deren Gebiete sich von Schottland bis an die Sahara und von Portugal bis an den Euphrat erstreckten. Die Einwohnerzahl innerhalb dieser Grenzen wird auf 50-60 Millionen geschätzt, was heutzutage ungefähr der Bevölkerungsgröße Frankreichs entspricht.

Die römische Herrschaft

Die Einteilung der eroberten Gebiete in Provinzen war für die Römer zunächst ein hauptsächlich politisch-administrativer Vorgang, der mit der Einführung ihres Verwaltungssystems der Sicherung ihrer Herrschaft in einem festumrissenen Territorium diente. Die Römer waren nicht daran interessiert, die eroberten Gebiete zu romanisieren, in dem Sinne, dass es galt, ausschließlich ihre Kultur als die richtige Lebensart durchzusetzen, wie es in der Neuzeit beispielsweise die europäischen Kolonialherren in ihren Überseegebieten taten. Die Römer tolerierten weitgehend die Religionen und Kulte der unterworfenen Völkerschaften wie auch deren Lebensweise und Traditionen, denn das vornehmliche Interesse des Römer galt den Ressourcen verschiedenster Art, die in den Provinzen vorhanden waren und die es zu nutzen galt.

Völker der Provinzen zahlen mußten, wovon alle mit dem römischen Bürgerecht ausgestattete Personen (die Bewohner Roms und der Regionen Italiens) befreit waren. Die Unterwerfung der Provinzen bedeutete auch den Zugang zu unterschiedlichsten Bodenschätzen und Naturalien. So lieferte Ägypten eine große Menge an Getreide nach Rom, ohne die die Millionenstadt nicht ausreichend hätte versorgt werden können. Aus Ägypten wurde außerdem Marmor, Granit, Alabaster und Porphyr sowie Leinengewebe und eine Reihe von Luxusgütern aus Edelstein und Elfenbein exportiert. Über die Gebiete des Nahen Ostens lief der gewinnbringende Fernhandel mit den Regionen jenseits der Grenzen, viele Luxusgüter wie Seide und Gewürze kamen aus Indien und China in das Mittelmeergebiet. Mit der Eroberung dieser Gebiete sicherte sich Rom durch Steuererhebung den Zugriff auf die immensen Einfuhrzölle. In Spanien gab es reiche Edelmetallvorkommen, weiterhin wurde Olivenöl und Wein in großen Mengen nach Rom exportiert.

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