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Ein Tag im März: Der Internationale Frauentag

Alle Jahre wieder

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Die Entwicklung des Frauentages

Auch die folgenden Internationalen Frauentage blieben vorwiegend von Sozialistinnen getragene Veranstaltungen. Rasch entwickelte sich der Frauentag weiter: 1912 schlossen sich auch Frankreich, Holland, und Schweden an; 1913 folgten Russland und die Tschechoslowakei. Überall demonstrierten Frauen für ihr Wahlrecht, forderten Arbeiterinnen-Schutzgesetze und den Acht-Stunden-Tag. Sie verlangten, so Clara Zetkin, “keine Sonderrechte, sondern ihr Menschenrecht.“

In Deutschland fand der 2. Frauenrechtstag am 12. März 1912 statt, der dritte am 1. März 1913. Unter dem Motto “Heraus zum Frauenrecht!“ leitete dieser eine ganze Frauenwoche ein, die zu einer verstärkten Mobilisierung von Frauen führte. Inzwischen erreichte der Frauentag auch Klein- und Mittelstände, die Zahl der Veranstaltungen stieg von Jahr zu Jahr.

1921 schließlich einigte man sich auf ein Datum, das von allen akzeptiert wurde: der 8. März - jener Tag, an dem es 1917 in einer St. Petersburger Textilfabrik zu einem Streik der Arbeiterinnen gekommen war, und der sich in der Folge zur sogenannten “Februarrevolution“ ausweitete. Mit der Erinnerung an dieses Datum wollte man den revolutionären Geist dieses Tages aufnehmen und für das politische Anliegen des Frauentages nutzen.

Die Spaltung der Frauenbewegung

Mit der Gründung der Weimarer Republik erhielten die Frauen in Deutschland 1918 das aktive und passive Wahlrecht. Dennoch blieben Frauen in den 20er Jahren in allen Parteien weiterhin unterrepräsentiert und waren kaum in hohen Parteiämtern vertreten. Eher regressiv entwickelte sich auch die Frauenbewegung dieser Jahre: Der BDF wurde in seiner Ausrichtung konservativer und widmete sich der Bewahrung traditioneller Frauenrollen, während sich die proletarische Frauenbewegung durch die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zersplitterte. Die Frauen in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) gründeten 1919 die “Arbeiterwohlfahrt“ (AWO). Die pazifistischen Feministinnen wiederum schlossen sich in der “Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ (IFFF) zusammen. Helene Stöckers “Bund für Mutterschutz und Sexualreform“ setzte sich für Sexualaufklärung ein und kämpfte gegen das Verbot der Abtreibung.

Aus diesem Konglomerat an Vereinigungen resultierte eine gespaltene, sich untereinander bekämpfende Arbeiterinnen- und Frauenbewegung - eine Tatsache, die natürlich auch die Internationalen Frauentage in der Weimarer Republik prägte. So gab es zum Beispiel ab 1926 zwei verschiedene Frauentage mit verschiedenen Aktionsmotiven und Veranstaltern.

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