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Eine kurze Reise durch die Geschichte der Klimaforschung

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1957 knüpften Roger Revelle und Hans E. Suess vom Scripps-Institut für Ozeanographie in Kalifornien fast nahtlos an die Aussagen Arrhenius' an: "Die Menschen sind dabei, ein langfristiges geophysikalisches Experiment durchzuführen, das in dieser Art so nie zuvor stattfinden konnte und in der Zukunft nicht wiederholt werden kann. ... Wird es gut dokumentiert, kann dieses Experiment weitreichende Einsichten in die Prozesse gewähren, die Wetter und Klima bestimmen," schrieben sie in einem Artikel über den möglichen Anstieg des CO2-Gehalts der Atmosphäre. Doch schon 1941 hatte der deutsche Meteorologe Hermann Flohn (1912-1997) nachdenklicher formuliert: "Damit wird aber die Tätigkeit des Menschen zur Ursache einer erdumspannenden Klimaänderung, deren zukünftige Bedeutung niemand ahnen kann."

In den sechziger Jahren, als die vom internationalen geophysikalischen Jahr ange-stoßenen Messnetze sich weiter verdichteten, interessierten sich viele Forscher zunächst für technische Möglichkeiten zur absichtlichen Änderung des Klimas. Die USA fürchteten einen "kalten Krieg" im Wortsinn, die teilweise Vereisung der nördlichen Landesteile durch die UdSSR, arbeiteten aber selbst an ähnlichen Projekten. Ab der Mitte der sechziger Jahre schwenkte das Interesse um auf die unbeabsichtigte Veränderung des Klimas durch Luftverschmutzung. 1970 erschien die "Study of Man's Impact on Climate" (Untersuchung menschlichen Einflusses auf das Klima) des Massachussetts Institute of Technology, in der die Emission bestimmter Gase, vor allem CO2, als mögliche Ursache einer Klimaerwärmung genannt wird.

Konferenzen - mühsame Politik der kleinen Schritte

Die Vereinten Nationen folgten der Empfehlung dieser Studie, Klimaforschung und Messprogramme zu intensivieren, und diskutierten das Problem auch auf der ersten Welt-Umweltkonferenz 1972 in Stockholm. Sieben Jahre später schloss die erste Weltklima-konferenz mit einem Appell, die Forschung weiter zu intensivieren und mit der Mahnung: "Die Verbrennung fossiler Energieträger, die Zerstörung von Wäldern und Veränderungen der Landnutzung haben den CO2-Gehalt der Erde in den letzten 100 Jahren um 15 Pro-zent erhöht und er steigt gegenwärtig um 0,4 Prozent pro Jahr. Vor dem Ende dieses Jahrhunderts können messbare Folgen und vor der Mitte des nächsten Jahrhunderts erhebliche Auswirkungen auftreten." Dies sei etwa auch der zeitliche Rahmen, der nötig wäre, um viele Aspekte der Weltwirtschaft zu verändern, etwa in der Landwirtschaft und in der Energieproduktion.

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