wissen.de
Total votes: 39
wissen.de Artikel

Eisbären: Die weißen Riesen der Arktis

...

Immer der Nase nach

In der weißen Wüste der Arktis gibt es nicht viel zu sehen und zu hören. Eisbären besitzen deswegen nur ein durchschnittliches Seh- und Hörvermögen – in etwa so gut wie wir Menschen. Dafür können die Jäger ausgezeichnet riechen. Sie wittern das mit Schnee bedeckte Atemloch einer Robbe schon aus einem Kilometer Entfernung, einen toten Wal sogar aus 30 Kilometern.

In ihren Spuren lassen die Eisbären ihren Geruch zurück. So wissen sie immer, in welche Richtung ihre Artgenossen durch die weiße Wüste trotten. Das bewahrt die Einzelgänger vor Ärger mit Artgenossen oder hilft bei der Partnersuche.

Bedrohung durch den Klimawandel

Eisbären leben auf dünnem Eis - buchstäblich. Denn zwei Drittel der 19 Eisbär-Populationen auf der Erde schrumpfen. Der Grund: Bei der Jagd auf Robben sind sie auf das Packeis angewiesen. Doch durch die Erderwärmung schmilzt das Eis im Frühjahr immer früher und gefriert später im Herbst. Dadurch müssen die Eisbären zu diesen Zeiten immer häufiger lange Strecken schwimmen oder auf das Land ausweichen.

Eisbär auf dünnem Eis
Den Eisbären schmilzt das Eis buchstäblich unter den Füßen weg.
Zwar lebe sie im Sommer ohnehin an Land, aber in dieser Zeit  müssen sie von ihren Fettreserven zehren – sie hungern. An Land zu bleiben ist daher keine Alternative – hier können sie höchstens 180 Tage überleben. Die meisten Tiere laufen ihnen nämlich einfach davon. Rennende Eisbären überhitzen einfach zu schnell – ein Nachteil der guten Kälteisolierung. Ist der Hunger dann groß genug, wagen sich die Bären auch in die Nähe menschlicher Siedlungen. Dann sind auch Mülldeponien nicht vor ihnen sicher, wo sie sogar versuchen Styropor, Plastik oder Autobatterien zu fressen.

Wissenschaftler rechnen damit, dass 30 Prozent der Eisbären bis zum Jahr 2050 der zunehmenden Eisschmelze zum Opfer fallen werden – sie finden einfach nicht mehr genügend Nahrung um zu überleben. Schon jetzt sind die südlichsten Populationen betroffen. In der Hudson Bay, im Nordosten Kanadas, hat die die Zahl der Eisbären innerhalb von drei Jahrzehnten um 22 Prozent abgenommen. Die Eisschollen driften hier schon drei Wochen früher auseinander als noch vor 30 Jahren, was die Bären von ihrem Futter abschneidet und die Hungerzeit verlängert.

Falls sich der Klimawandel also fortsetzt und wir die Bären nicht ausreichend schützen, könnten auf langer Sicht keine Eisbären mehr da sein, um den Tag des Eisbären zu feiern.

YBR, 27.02.2018
Total votes: 39