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Elisabeth von Thüringen

Leben für die Armen

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Elisabeth als Wohltäterin

Die heilige Elisabeth

Die hl. Elisabeth von Thüringen kämmt einen Aussätzigen. (Tafel 16 des um 1420 entstandenen Elisabethzyklus Lübeck)

Elisabeth von Thüringen verließ regelmäßig ihren Familienbesitz, die Wartburg in Eisenach, um in den Armenvierteln der Stadt zu helfen. Während der Hungersnot 1226 erwarb sie sich in Abwesenheit ihres Ehemannes besondere Verdienste. Ludwig IV. kämpfte auf einem Kreuzzug und fiel im Jahr 1227. Er hatte seine Frau tatkräftig unterstützt, was zu dieser Zeit höchst ungewöhnlich war. "Wenn sie mir nur die Wartburg nicht verschenkt, bin ich's wohlzufrieden", soll er einst gesagt haben. Während der Abwesenheit Ludwigs IV. hatte Elisabeth eine enge Verbindung zum Kreuzzugsprediger und späteren Ketzerverfolger Konrad von Marburg aufgenommen. Ihm als Beichtvater hatte sie gelobt, bei einem vorzeitigen Tod ihres Mannes ehelos zu bleiben. Diesem Gelöbnis blieb Elisabeth treu. Doch nach dem Tod Ludwigs IV. wurde sie von seiner Verwandtschaft all ihrer Witwengüter beraubt. Erst durch das Einschreiten Konrads von Marburg erhielt sie eine Abfindung und Güter um Marburg. Mit diesen finanziellen Mitteln gründete sie ebendort ein Spital und gab im Alter von nur 21 Jahren ihre drei Kinder weg. Nur ein Jahr später (1228) trat sie in den geistlichen Stand ein. Als Nonne ohne festere Bindung an einen Orden widmete sie sich der Pflege von Armen und Kranken. In dem Streben, wie Jesus einst für die Bedürftigen uneingeschränkt da zu sein (imitatio Christi), kümmerte sich Elisabeth besonders um die Aussätzigen und verschenkte schließlich sogar ihr Vermögen. Sie starb nach nur dreijährigem Wirken im Alter von 24 Jahren völlig verarmt an Auszehrung und wurde in der Kapelle ihres Hospitals bestattet. Schon zu Lebzeiten hatte sie den Ruf einer Heiligen. So verwundert es nicht, dass nach ihrem Tod ein wahrer Pilgerstrom zu ihrem Grab einsetzte.
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Ute Becker, wissen.de
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