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Esst mehr Insekten!

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Gaumenschmaus statt Notfall-Nahrung

Doch all diese Vorteile klingen wenig überzeugend, wenn man Insekten schlicht unappetitlich findet. Der Ekelfaktor, schrieb die Kognitionswissenschaftlerin Ophelia Deroy kürzlich in einem Artikel im Fachblatt Nature, mache aktuellen Überzeugungsstrategien einen Strich durch die Rechnung.  „Insekten immer nur als billige Proteinquelle zu vermarkten, funktioniert nicht.“ Um eine Verhaltensänderung zu erzielen, müssten Insekten stattdessen als attraktive Nahrung wahrgenommen werden.

Kurz gesagt: Wer sich entscheidet Insekten zu essen, tut das, weil sie schmackhaft sind – und nicht der Umwelt zuliebe. Studien zu dem Thema zeigen zum Beispiel, dass Europäer Insekten im Essen eher akzeptieren, wenn sie in bekannten Geschmacksrichtungen zubereitet werden. Auch Vertrauen spielt offensichtlich eine entscheidende Rolle. Wie bei anderen Nahrungsmitteln auch, wollen wir wissen, wo das Tierchen herkommt, das wir verspeisen. Deshalb sind Menschen eher geneigt, eine Bienen-Eiscreme ihres lokalen Imkers zu probieren als einen gegrillten Skorpion, der von weit her kommt.

Wer nun einmal testen möchte, ob Käfer und Co nach seinem Geschmack sind, hat auch in Deutschland vielfältige Möglichkeiten: Es gibt Restaurants, die Insekten auf der Speisekarte führen und sogar spezielle Insektenkochkurse. Einige Onlineshops bieten Skorpione, Würmer und Heuschrecken  auch pur  an – oder süß ummantelt in Bonbons und Lutschern.

 

DAL, 05.06.2015

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