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Faszination Bernsteinzimmer

Tatjana Zharkova und Swetlana Sulimowa

Höhepunkte der Bernsteinkunst

Bernsteinerzeugnisse waren immer sehr gefragt: in der Zeit der späten Antike wurde der bearbeitete Bernstein wertvoller als Gold; im Mittelalter wurden dem Bernsteinschmuck heilende Kräfte zugeschrieben; und im 17. Jahrhundert begann die Blütezeit der Bernsteinschnitzkunst in den Ländern, die in der Nähe von Bernsteinlagerstätten waren: Preußen, Dänemark, Polen und Sachsen. Deshalb waren die Meister aus den Städten Königsberg, Danzig, Lübeck und Elbing besonders berühmt. Hier haben sich ganze Werkabteilungen entwickelt, die dann als „Meistergilde der Bernsteinkunst“ bezeichnet wurden.

Gefertigt wurden vor allem kunstvoll gearbeitete Bernsteinkästchen, Kronleuchter, Kerzenhalter, Schachspiele, Pokale, Tabakdosen, Degengriffe, Halsketten und andere Zier- und Gebrauchsgegenstände. Diese Werke der Bernsteinkunst gelangten als Hochzeits- und Diplomatengeschenke in viele europäische Adelshäuser. Aber am Ende des 17. Jahrhunderts kam der Bernstein aus der Mode. Porzellan und kunstvoll verarbeitetes Glas lösten ihn ab. Die Kunst der Bernsteinverarbeitung verschwand, und es blieb für die kommende Generation nur eine Erinnerung diese meisterhafte Handwerkskunst: das Bernsteinarbeitszimmer des ersten preußischen Königs.

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