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Fata Morgana im Wattenmeer – Luftspiegelungen gibt es auch bei uns

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Gute Chance bei Wattwanderungen

Die Luftspiegelungen gaukeln uns Bilder von weit entfernten Dingen oder Personen vor – oft sogar auf dem Kopf stehend. Besonders deutlich erscheinen solche Trugbilder über dunklen Wasser- oder Wattflächen. Aber auch über Sandbänken schwirren Bilder, die es so gar nicht geben kann: So schwebt ein Mensch samt Sandbank über einer – tatsächlich existierenden – Sandbank.

 "Luftspiegelungen kann man besonders häufig bei längeren Wattführungen erleben, etwa vor Friedrichskoog oder St. Peter-Ording", empfiehlt Schulz. Aber auch anderswo entlang der Wattenmeerküste kann man Fata Morganas sehen. "Bei der Führung von Hallig Hooge zum Japsand ist es bei flirrender Hitze manchmal sogar schwierig, echte Seehunde oder Treibgut auf der Sandbank von gespiegelten Schiffen oder den Amrumer Dünen zu unterscheiden", berichtet Schulz, „dann hat man manchmal das Gefühl, in einer Sandwüste unter südlicher Sonne zu stehen!“

Helgoland als Fata Morgana
Helgoland als Fata Morgana

Die beiden roten Lichter und der helle Schein des Leuchtturms sind real, die dunkle Inselsilhouette und die restlichen Lichter aber nicht. Sie entstehen durch Beugung des Lichts.

Eine Insel taucht auf

Im Badeort St. Peter-Ording kann man im Sommer manchmal noch ein anderes spannendes Phänomen beobachten: Normalerweise liegt die Insel Helgoland von dort aus mehr als fünfzig Kilometer entfernt – und damit klar außer Sichtweite. Aber ein bis zwei Mal im Jahr wird die Insel trotzdem plötzlich am Horizont sichtbar. Man erkennt die typischen Felsen oder abends den Schein des Leuchtturms von Helgoland.  Manchmal steht die Insel dabei sogar auf dem Kopf.

Der Grund ist auch hier ein Effekt der Atmosphäre: "Wenn auf dem Meer warme über kalter Luft geschichtet ist, können Lichtstrahlen gebeugt und um die Erdkrümmung herumgeführt werden", erklärt Schulz. "Schiffe oder Inseln, die unter dem Horizont liegen, werden dann quasi angehoben und erscheinen sichtbar." Die besten Chancen diese Rarität zu sehen hat man im Frühling oder Frühsommer. Dann sind das Meer und die Luftschicht direkt darüber noch relativ kalt, die Sonne hat aber schon die Luft darüber aufgeheizt.

NPO, 08.07.2016
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