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Mohammed: Begründer des Islam

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Kaaba in Mohammeds Geburtsstadt Mekka

Die Kaaba ist das zentrale Heiligtum des Islam. Sie befindet sich im Innenhof der großen Moschee (al-Masdschid al-Haram) in Mekka im heutigen Saudi-Arabien.

Der Prophet Mohammed gilt als Begründer des Islam. Nach islamischer Auffassung ist er der Letzte aus einer Reihe von Propheten seit Abraham, dem Gott seine Botschaften direkt offenbart hat.

Abul-Kasim Mohammed wurde im Jahr 570 in Mekka auf der arabischen Halbinsel geboren. Sein Vater war bereits vor seiner Geburt gestorben, seine Mutter Amina starb, als er sechs Jahre alt war. Für zwei Jahre nahm ihn dann sein Großvater in seine Obhut, nach dessen Tod erzog ihn sein Onkel Abu Talib.

Mohammeds Familie gehörte zu dem angesehenen, jedoch weniger wohlhabenden Clan der Banu Haschim aus dem Stamme der Quraisch. In ihren Händen lag die Betreuung des altarabischen Heiligtums der Kaaba.

 

Mohammeds erste Heirat

Mit 25 Jahren lernte Mohammed die reiche Kaufmannswitwe Chadidscha kennen, die ihn zunächst aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten für ihre Handelsgeschäfte einstellte, dann aber auch privat Gefallen an ihm fand. Sie bot ihm 595 die Ehe an und Mohammed willigte ein.

Der 15 Jahre älteren Chadidscha bewahrte Mohammed immer eine tiefe Zuneigung. Solange sie lebte, nahm er keine weitere Ehefrau. Chadidscha gebar sieben Kinder, von denen jedoch nur die Tochter Fatima länger am Leben blieb und selber Nachkommen hatte. Erst nach Chadidschas Tod ging Mohammed noch weitere Ehen ein.

 

Die Berufung zum Propheten

Um das Jahr 610 begann Mohammed, sich immer intensiver mit religiösen Fragen zu beschäftigen. Immer wieder zog er sich in dieser Zeit zu einsamen Andachtsübungen auf den Berg Hira bei Mekka zurück. Der Überlieferung nach traf es Mohammed völlig unvorbereitet, als ihm – er war beim Meditieren in der Höhle eingeschlafen – in einer Vision der Erzengel Gabriel als göttlicher Bote erschien, der von dem einen Gott kündete.

Daraufhin kehrte Mohammed nächtelang in die Höhle zurück, um zu beten. Da erschien ihm Gabriel ein weiteres Mal und forderte ihn auf, das Gehörte vorzutragen. Er gab ihm schließlich den Auftrag, den Menschen von dem einen barmherzigen Schöpfergott zu erzählen. Angesichts des nahe bevorstehenden Gerichtes sollte Mohammed die Menschen zur radikalen Umkehr und zu einem geänderten Lebenswandel bewegen.

Zunächst weihte Mohammed nur Menschen aus seinem privaten Umfeld in die Offenbarungen ein, die er nun öfters erhielt. Erst etwa drei Jahre nach den ersten Verkündigungen begann er, öffentlich zu sprechen. Damit war er zunächst recht erfolgreich, viele Angehörige, vor allem aus der Mittelschicht, schlossen sich ihm an.

 

Widerstand gegen die neue Religion

Die reichen Kaufleute jedoch standen ihm von Anfang an eher feindlich gegenüber, denn Mohammed kritisierte ihr unsoziales Verhalten, was sie wiederum als Angriff auf den Kult und die Wallfahrtsfeste verstanden, von denen sie wirtschaftlich profitierten. Auch ihre politische Macht sahen sie gefährdet, denn durch Mohammeds ständig wachsende Anhängerschaft begannen sich die Machtverhältnisse zugunsten der neu entstehenden Elite zu verschieben.

So begannen sie, Druck auf Mohammed und sein Umfeld auszuüben und scheuten vor Verfolgungen und Boykottdrohungen nicht zurück. Erschwerend kam hinzu, dass sein Onkel Abu Talib starb und des Clans der Banu Haschim ihm die Unterstützung seiner Familie entzog. Doch Chadidscha glaubte an Mohammeds neue Botschaft und bestärkte ihn, öffentlich zu sprechen.

 

Die Auswanderung nach Medina

Im Jahr 622 schließlich war der Druck so angewachsen, dass Mohammed beschloss, heimlich mit seiner Gefolgschaft in das 300 Kilometer entfernte Yathrib auszuwandern. Die dortige Gemeinde hatte ihn als Schlichter in einem Streit gerufen und gewährte ihm dafür ihren Schutz. Diese Auswanderung, die Hedschra, markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung.

In Yathrib, das bald in Medina umbenannt wurde, versuchte Mohammed erfolglos, eine gemeinsame religiöse Basis mit den dortigen Juden zu finden. Diese lehnten seine Offenbarungen ab, ebenso wie die wenigen Christen, mit denen er Kontakt hatte. Es kam zu Konflikten und Mohammed bekämpfte von nun an nicht nur die Bewohner Mekkas, sondern auch die Juden.

 

Medina wird zum Zentrum des Islam

Im März 624 errangen die Verbündeten Mohammeds bei Badr einen militärischen Sieg, dem bald eine Niederlage bei Uhud folgte. Weitere kriegerische Auseinandersetzungen, unter anderem eine Belagerung Medinas, folgten.

Medina entwickelte sich in dieser Zeit zum Zentrum der neuen Religion. Mohammed stand dort einem Gemeinwesen vor, das nicht nur religiöser Leitung, sondern auch einer Sozial- und Wirtschaftsordnung bedurfte. Der Prophet trug dem mit der Gemeindeordnung von Medina Rechnung: Der Grundstein für einen islamischen Staat war damit gelegt.

 

Mohammeds Einzug in Mekka

Bis zur Rückkehr in die Heimatstadt Mekka sollten jedoch noch Jahre vergehen. Erst im Jahre 630 konnte der Prophet mit seiner Gefolgschaft ohne allzu großen Widerstand in Mekka einziehen. Die Einwohner Mekkas hatten zu dem Zeitpunkt ihre Befürchtungen gegenüber der neuen Religion aufgegeben.

Außerdem hatte Mohammed die Kaaba, das ehemals heidnische Heiligtum, zu einem islamischen gemacht und die Wallfahrt nach Mekka zur religiösen Pflicht für alle Muslime gemacht. Auf diese Weise hatten die Kaufleute Mekkas keinerlei wirtschaftlichen Verlust zu fürchten.

Die Tatsache, dass die islamische Gemeinschaft nun der Autorität der einzelnen Stämme übergeordnet war, führte dazu, dass die Rivalitäten zwischen dessen Nachfolger als Oberhaupt den einzelnen vorher herrschenden Clans zurückgingen. Dies wiederum bedeutete eine größere Sicherheit für den Handel und die Karawanen. Mohammed starb 632 in Medina als Führer fast der gesamten arabischen Halbinsel. Vorher hatte er noch eine Abschiedswallfahrt nach Mekka unternommen.

 

Verklärung des Propheten

Mohammed verstand sich als Prophet Gottes, der den Menschen den Koran brachte, so wie vor ihm andere Gesandte ihren jeweiligen Völkern heilige Schriften überbracht hatten; zum Beispiel: Mose den Juden die Tora, Jesus den späteren Christen das Evangelium. Mohammed betonte stets, dass er nichts sein wollte als ein normaler Mensch und Diener Gottes.

Im Zentrum des Glaubens sollte seine Botschaft und die von ihm überbrachte heilige Schrift des Korans stehen. Dennoch haben die Muslime seine Person im Laufe der Jahrhunderte verklärt. Jedes seiner Worte und jede seiner Taten wurden genau festgehalten und gelten als Ideal, an dem jeder Muslim sein Leben ausrichten soll. Ihm wurden nachträglich hellseherische und wundertätige Fähigkeiten zugeschrieben und er gilt den meisten heute als fehler- und sündenlos.

Besonderen Vorbildcharakter besitzt Mohammed auch im politischen Bereich. Er gilt als Ideal des gerechten Staatsoberhauptes in einer Zeit, als die Einheit der islamischen Gemeinschaft noch Wirklichkeit war. Viele heutige Denker sehen Mohammed auch als Sozialreformer, der sich als Verfechter einer gerechten Gesellschaftsordnung aktiv für Brüderlichkeit und Solidarität einsetzte.

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