wissen.de
Total votes: 65
Fest- und Feiertage

Pancha Ganapati

Ganesha Statue
Ganesha

Statue des Gottes in einem der großen Tempel der Chola-Dynastie in Indien.

Dieses moderne hinduistische Familienfest wird über fünf Tage vom 21. bis 25. Dezember zu Ehren des elefantenköpfigen Gottes Ganesha gefeiert.

 

Das hinduistische "Weihnachten"

Die Feierlichkeiten zu Pancha Ganapati zeigen große Ähnlichkeit mit unserer westlichen Weihnachtszeit. Pancha Ganapati ist heute für den modernen Hindu eine Festzeit im Familienkreis. Es werden Geschenke verteilt und vor allem das Glück der Kinder steht im Mittelpunkt. Besonders hoch angesehen sind selbst hergestellte Geschenke. Allen Familienangehörigen, aber auch Freuden und inzwischen auch Geschäftspartnern werden wenigstens Grußkarten geschickt.

Zur Verehrung des Gottes Ganesha oder Ganapati wird traditionell im Wohnzimmer jeder Familie ein hölzerner oder bronzener Schrein mit einer Statue oder wenigstens einem Bild des elefantenköpfigen Gottes errichtet. Hier finden die täglichen Ehrerbietungen und Gebete (Pujas) statt. Dazu werden traditionell Süßigkeiten gereicht. Darüber hinaus wird viel gesungen.

 

Jeder Tag hat eine Farbe

Jeder Tag ist charakterisiert durch eigene Zeremonien (Sadhanas). Am ersten "gelben" Tag wird durch die Familie der Schrein errichtet und mit reichlich Gelb und Gold dekoriert. Im offenen Familiengespräch benennt man gegenseitige Verletzungen und verzeiht Fehlverhalten.

Am zweiten Tag wird der Schrein blau umdekoriert und die Harmonisierung der Beziehungen auf Freunde und Nachbarn ausgedehnt. Am nächsten roten Tag wird die Bitte um Frieden und Harmonie auf die Geschäftsverbindungen, aber auch auf alle Menschen auf der Erde ausgeweitet. Schulden werden behoben oder erlassen und Streitigkeiten vergessen.

Der grüne 24. Dezember gehört der Kunst: Es wird viel gesungen, musiziert, getanzt und Theater gespielt. Zum Abschluss des Tages werden in der Familie hinduistische Glaubensgrundlagen (Dharmas) diskutiert. Den Abschluss bilden am orangefarbenen 25. Dezember Feiern zu Ehren des gütigen Gottes Ganesha. Unter anderem werden gute Vorsätze in die Tat umgesetzt - Ganesha verleiht die Kraft dazu.

 

Ursprung und Geschichte

Im seinem Ursprung bedeutet der Name des Festes eine besondere Form der Verehrung für den Gott Ganesha, der in der Sprachenvielfalt des indischen Subkontinents auch Ganapati genannt wird. Dieser im Volk sehr beliebte Name bedeutet wörtlich "Herr der Heerscharen".

Es gibt traditionell fünf Formen der Verehrung von Göttlichkeit, die so genannten Pancha Upasakas. Sie sind aus direkten Offenbahrungen (Agamas) der höchsten hinduistischen Götter wie Vishnu oder Shiva entstanden. Die diesem Fest zugrunde liegende Pancha wird nach ihrer Gottheit Ganapati Agamas genannt.

Der Elefantenkopf auf dem menschlichen Körper des Gottes symbolisiert die Wächterfunktion des Elefanten, der zugleich als der Träger des Weltalls gilt. Darüber hinaus hat sicherlich auch die Vorliebe für das Essen, die Ganesha bzw. Ganapati zugeschrieben wird, zu seiner herausragenden Rolle bei diesem auch sehr kulinarisch ausgerichteten Fest beigetragen. Da Ganesha unter anderem auch als Gott des Anfangs gilt, unterstützt er dieses Fest des Loslassens von alten Fehlern und gibt dem Neubeginn der Gläubigen seine Kraft.

Total votes: 65