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Gletscherkunde

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Die Forschung an den Gletschern ist außerdem sehr wichtig, da Gletscher eine große Süßwasserreserve darstellen. Durch die gegenwärtige Klimaerwärmung verschiebt sich die Schneegrenze um mehrere hundert Meter nach oben. Ein weltweites Abschmelzen der Gletscher hat bereits begonnen bzw. wird erwartet. Eine Folge davon sind Gletscherabbrüche, Murabgänge und Überschwemmungen. Durch solche Naturkatastrophen werden in den Alpen immer häufiger Siedlungen bedroht.

Die Geschichte der Gletscherkunde

Die Gletscherforschung begann im 18. Jahrhundert. Damals hörte man auf, die Natur nur zu betrachten. Man versuchte sie Ziel gerichtet zu erkunden. Jean André de Luc stellt 1778 die Erosionsleistung der Gletscher fest. Horace Bénédict de Saussure erklärt 1781 die Bildung der Moränen, die seitlich oder vor den Gletschern angehäuft werden. 1787 beginnt Bernhard Friedrich Kuhn mit einer quantitativen Erfassung der Schweizer Gletscher und ihrer Bewegungen. Ignaz Venetz stellt 1822 fest, dass viele Gletscher periodisch vorgerückt und zurück geschmolzen seien, bedingt durch Ab- und Zunahme von Kälte.

Jean de Charpentier vertritt 1841 die Theorie, dass die Gletscher in einer großen, weit zurück liegenden Eiszeit eine viel größere Länge und Mächtigkeit eingenommen hätten. Louis Agassiz bestätigt diese Glazialtheorie (1840). Die Gebrüder Schlagintweit vermessen 1850 mehrere Gletscher in Österreich und der Schweiz. Albert Heim schreibt 1885 ein 560 Seiten umfassendes Handbuch der Gletscherkunde. Albrecht Penck weist die durch Gletscher bedingte Landschaftsentstehung Norddeutschlands nach. Er gibt 1901 bis 1909 ein klassisch gewordenes Werk über die Alpen im Eiszeitalter heraus. Penck entwickelt eine Gliederung des Eiszeitalters in vier Eiszeiten, die zum international gebräuchlichen Leitschema der Eiszeitgliederung wurde.

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