wissen.de
You voted 4. Total votes: 107
wissen.de Artikel

Helm auf beim Radfahren – in jedem Alter

...

Fahrradhelm an Lenker
Der Auswahl des richtigen Fahrradhelmes ist gar nicht so einfach.
Wenn schon mit Helm, dann richtig

Wer sich zur Minimierung von Unfallfolgen für das Tragen eines Helmes entschließt, sollte ein paar Punkte beachten. Zunächst muss der Helm natürlich gut sitzen. Die meisten Exemplare haben im Inneren einen größenverstellbaren Einsatz, der an den Kopfumfang angepasst werden kann. Der Helm sollte beim Tragen nicht in den Nacken oder tief über die Stirn gezogen werden: Wenn er waagerecht auf dem Kopf sitzt, hat er genau die richtige Position.

Idealerweise sollte ein Modell gewählt werden, dass seitlich an beiden Schläfen bis weit über die Wange und die Ohren reicht. Das bietet den besten Schutz. Wenn dann noch das Prüfzeichen mit der Europanorm DIN EN 1078 vorhanden ist, steht dem Helmkauf nichts mehr im Wege, außer vielleicht die persönliche Einstellung.

Damit der Helm seine Schutzwirkung auch zuverlässig entfalten kann, sollte er nach einem Sturz sofort gegen ein neues Exemplar ausgetauscht werden, rät der Experte. Auch dann, wenn er noch intakt aussieht. Und selbst wer unfallfrei fährt, sollte spätestens nach fünf Jahren in einen neuen Helm investieren.

Lösung: Helmpflicht?

Wenn die Bereitschaft zum Tragen eines Helmes bei Erwachsenen so gering ist, wäre es dann nicht Zeit für eine gesetzliche Helmpflicht? Über dieses heiß diskutierte Thema streiten sich die Geister. Zwar ließe sich mit einer gesetzlichen Verpflichtung die Helmquote sicherlich erhöhen, doch zu welchem Preis? Kritiker befürchten einen Rückgang der Radnutzung, wenn Fahrradfahrer zum Helmtragen gezwungen werden.

Auch der tatsächliche Nutzen einer Helmpflicht für die allgemeine Verkehrssicherheit sei nicht eindeutig wissenschaftlich belegbar, heißt es von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie: "In Ländern wie Holland oder Dänemark, wo deutlich mehr Radfahrer unterwegs sind, gibt es keine Helmpflicht. Dort ist die Unfallgefahr tatsächlich geringer als in Ländern, die das Tragen eines Helms gesetzlich vorschreiben."

Zur Sicherheit beim Radfahren gehören schließlich viel mehr Aspekte als das Tragen eines Helms. Die Qualität und Verfügbarkeit von Radwegen, die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer, die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung - all das erschwert die Beantwortung der Frage nach einer Helmpflicht.

Ein Stück Sicherheit

Ob nun gesetzlich vorgeschrieben oder nicht: Mit dem Tragen eines Helms haben wir ein Stück Sicherheit selbst in der Hand. Bisher kann in Deutschland jeder frei entscheiden, ob er diese Sicherheit nutzt oder nicht. Doch wenn wir beim nächsten Mal unseren Nachwuchs wieder zum Tragen des Helmes verdonnern, sollten wir vielleicht selbst mit gutem Beispiel voran gehen.

CLU, 21.04.2017
You voted 4. Total votes: 107