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Herausforderung für die Supermacht

Chomeini-Anhänger stürmen US-Botschaft in Teheran

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Die Besetzungsaktion lässt die schon seit längerem bestehenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA auf den Siedepunkt steigen. Während die iranische Führung - die schon seit geraumer Zeit von der Regierung in Washington die Rückgabe des in den USA deponierten Schah-Vermögens verlangt und die USA zur Anerkennung ihrer Mitschuld an der Schah-Diktatur aufgefordert hatte - die Geiselnahme als "natürliche Reaktion" des iranischen Volkes rechtfertigt und Chomeini die Besetzung des angeblichen "Spionagezentrums" öffentlich gutheißt, bemüht sich US-Präsident James E. "Jimmy" Carter zunächst noch um eine friedliche Lösung.

Er nennt die Okkupation der Gesandtschaft einen völkerrechtswidrigen Akt des Terrorismus, für den allein die iranische Regierung verantwortlich sei. Zur Bekräftigung dieser Position ordnet er ein Bündel politischer und wirtschaftlicher Sanktionen an. Diese Schritte sind zwar geeignet, den Iran international zu isolieren, reichen aber nicht aus, um die Freilassung der Teheraner Geiseln zu erzwingen.

Zwar unterstützen nicht nur die Verbündeten der USA, sondern auch der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen und der Internationale Gerichtshof in Den Haag den US-amerikanischen Rechtsstandpunkt, dass die Geiseln sofort freizulassen seien; die Iraner folgen diesen Beschlüssen aber nicht.

Die ohnmächtige Weltmacht

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