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Im roten Bettenturm

AKH
IX. Bezirk, Währinger Gürtel 18–20 Tel. 404 00-0
www.akh.wien.at
U6 Allgemeines Krankenhaus

von Valentin Demetz-Wille (mit freundlicher Genehmigung des metro-Verlages)

AKH, Allgemeines Krankenhaus, Wien
Valentin Demetz, Wien

Man sieht es von fast jedem Ort in Wien, doch sein „Äußeres“ empfinden die meisten Wiener als hässlich: das Allgemeine Krankenhaus, kurz AKH genannt. Erbaut am höchsten Punkt des Hügels zwischen Gürtel, Alser Straße und Währinger Straße, auf dem früher die Direktion des Alten AKHs stand, beherbergt dieser Koloss aus zwei Türmen und jeder Menge Nebengebäuden eines der größten Spitäler der Welt. Und das ist schon länger so.

Als Kaiser Leopold I. im Jahre 1693 das „Großarmen- und Invalidenhaus“ gründete, legte er damit den Grundstein für das „Allgemeine Krankenspital“, zu dem es etwa 100 Jahre später von Joseph II. umgebaut wurde. Nach wirtschaftlichen Notzeiten und zwei Weltkriegen wurde ein Erweiterungsbau notwendig, und man wählte hierfür den höchsten Punkt der Anlage aus. Binnen 30 Jahren – von 1964 bis 1994 – wurden unzählige Neubauten geschaffen, von denen der Hauptbau mit dem „Breitfuß“ und den zwei dunklen Türmen wohl am markantesten ist. Im Unterbau befinden sich die Operationssäle, Ambulanzen, Therapiebereiche, Geschäfte, Mensa und auch die Medizinische Universität Wien hat hier ihr Hörsaalzentrum. In den beiden Bettentürmen mit den Leitfarben rot und grün können bis zu 2.000 Patienten stationär behandelt werden.

Mit Zahlen kann man diesen Bau der Superlative überhaupt am besten beschreiben: 384 Ambulanzen – eingeteilt in 27 Universitätskliniken – behandeln über 490.000 ambulante Fälle pro Jahr; mehr als 9.000 Angestellte, davon ca. 1.500 Ärzte kümmern sich um 94.000 stationäre Aufnahmen, welche 670.000 Pflegetage benötigen bei einem Bettenstand von mehr als 2.200! In 51 Operationssälen und 21 Eingriffsräumen werden mehr als 46.000 Operationen jährlich vorgenommen. Im Transplantationsbereich führen Knochen­markstransplantationen mit 174 jährlich, gefolgt von den Nieren mit 161 und Lungen mit 67. In jedem Fall ein Spital der Superlative!

Wissenswertes

Bei einem Spaziergang durch den „Uni Campus“ – dem „Alten AKH“ – erleben Sie das Flair einer der größten ehemaligen innerstädtischen Kran­kenanstalten aus der Zeit des Klassizismus. In mehreren Lokalen – darunter der „Stiegls Am­bulanz“ – kann man im Som­mer unter schattigen Bäumen bei Bier und weißem Spritzer verweilen. Reservierungen: www.stiegl.at/ambulanz oder Tel. 402 11 50-0.

Den Text entnahmen wir mit freundlicher Genehmigung des metro-Verlages, Wien dem Buch "Wiener Höhepunkte" aus der Reihe wienfacetten.

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