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Jobwechsel: Männer machen Karriere – Frauen machen mit

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Er ist zuversichtlich, sie eher pessimistisch

Auch in der Selbsteinschätzung zeigten sich deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern: Erhielt die Frau das fiktive Jobangebot, war sich ihr Partner fast immer sicher, auch am neuen Wohnort sofort einen neuen und passenden Job zu finden. Das spricht für ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein: Mann weiß was er kann – und das ist ja auch gut so. Ihre Frauen sahen das jedoch oft ganz anders: "Frauen sind eindeutig skeptischer eingestellt bezüglich der Jobchancen ihrer Männer", sagt Ullrich.

Das kann zweierlei bedeuten, so die Experten: Entweder sind Frauen zu pessimistisch – oder Männer zu sehr von sich überzeugt. "Konfliktpotenzial bringen beide Szenarien", weiß Ullrich.

Experten raten: Mehr reden

So problematisch das Bild jedoch scheint, gibt es eigentlich eine einfache Lösung: "Unsere Befragung hat gezeigt, dass die Paare sich zu wenig mit einander unterhalten, ihren Partner gar nicht richtig einschätzen können", sagt Büttgen. Dabei sei es sehr hilfreich, sich ruhig schon im Vorfeld einmal über das ‚was wäre wenn‘ zu unterhalten. "Oder zumindest dann, wenn es soweit ist, komplett offen mit den eigenen Erwartungen und Ängsten zu sein", so die Expertin.

Dies gelte nicht nur für die Paare – sondern auch für die Unternehmen. "Bei einer geplanten Versetzung wäre es auch für das Unternehmen sinnvoll, den Partner des Mitarbeiters von Anfang an in die Planung mit einzubeziehen und möglichst auch bei der Jobsuche zu unterstützen", meint Büttgen. Damit zeigt ein Arbeitgeber nicht nur Verständnis, sondern kann auch finanziell einsparen: Einen Mitarbeiter zurückzuholen, weil sich dessen Partner am neuen Standort nicht wohl fühlt oder er keinen passenden Job findet, ist wesentlich teurer, als den Partner von Anfang an mit zu berücksichtigen.

NPO / Universität Hohenheim, 22.1.2016
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