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Johannes Paul II. – ein Papst auf Reisen

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Als Gierek dem mächtigen Mann aus Moskau sagte, dass es für eine polnische Regierung unmöglich sei, einen Papst aus Polen nicht zu empfangen, sagt Breschnew: „Tun Sie, was Sie wollen, aber sorgen Sie dafür, dass Sie es später nicht bereuen müssen."

Damit war klar, der Papst durfte zurück in sein Polen kommen. Die Kommunisten allerdings weigern sich, Karol Wojtyla nach Schlesien reisen zu lassen. Denn Schlesien ist das politische Terrain von Parteichef Edward Gierek.

Am 2. Juni um 10.07 Uhr landet die Boeing 727 in Warschau. Der Papst schreitet die Gangway hinunter, kniet nieder und küsst den Boden Polens. Zur gleichen Zeit läuten im ganzen Land die Kirchenglocken. Bei seiner Ankunft in Warschau spricht Johannes Paul II. über seine Wahl zum Papst und zündet einen ersten Funken im Pulverfass Polen: „Ich lasse hier meine Person beiseite, muss mir aber dennoch zusammen mit Euch die Frage nach den Gründen stellen, warum gerade im Jahr 1978 (nach so vielen Jahrhunderten einer in diesem Bereich fest gefügten Tradition) auf den Bischofssitz des heiligen Petrus ein Sohn polnischer Nation, polnischer Erde berufen wurde."

Die Fahrt in die Stadt gleicht einem Triumphzug für die Kirche. Hunderttausende Menschen stehen dicht gedrängt am Straßenrand auf dem Weg in die historische Altstadt. Im Belvedere-Palast, dem Amtssitz des Staatspräsidenten, trifft das Kirchenoberhaupt mit Präsident Jablonski und Parteichef Gierek zusammen. Der Papst bedankt sich höflich bei den polnischen Behörden, die die Tore zum Land seiner Herkunft geöffnet haben, allerdings stellt er die moralische Voraussetzung des totalitären Systems in Frage. Der Papst betont, dass es in der authentischen Geschichte der polnischen Kultur keinen Raum für erzwungene ideologische Bekehrungen gäbe.

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Chronik Bildbiografie Johannes Paul II.
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