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Kinder und Musik: Warum frühes Musizieren gut fürs Gehirn ist

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Musik gegen ADHS und Legasthenie?

Erst vor kurzem haben Forscher einen weiteren positiven Effekt des frühen Musizierens aufgedeckt: Bei musikalisch geübten Kindern arbeiten die rechte und die linke Hirnhälfte beim Hören besonders synchron. Generell sind bei ihnen die Areale für das Hören weiter entwickelt. Bei untrainierten Kindern dagegen geraten die Hörzentren beider Seiten minimal aus dem Takt, besonders stark ist dies bei Kindern der Fall, die unter Legasthenie oder ADHS leiden. Als Folge haben sie Probleme beim Zuhören, bei der Sprachverarbeitung und der Aufmerksamkeit.

"Eine musikalische Ausbildung wirkt genau diesen Defiziten entgegen", betont Peter Schneider von der Universität Heidelberg. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die ein Instrument lernen, besser zuhören können, aufmerksamer sind und weniger Probleme haben, Hyperaktivität und Impulsivität zu kontrollieren. Darüber hinaus schneiden sie in Lese- und Rechtschreibtests besser ab als musikalisch ungeübte Gleichaltrige. "Es wäre daher förderlich, neue Formen von Musikerziehung für Kinder mit ADHS und Lese-Rechtschreib-Schwäche anzubieten", so die Wissenschaftler.

Hilft sogar noch im Alter

Klar scheint zudem: Die positiven Effekte des Musizierens halten lange vor. Das frühe Üben kommt uns sogar noch als Senioren zugute. Denn normalerweise erkennt und verarbeitet das Gehirn von älteren Menschen schnelle Klangfolgen langsamer als das von Jüngeren. Deshalb fällt es manchen Senioren schwer, schnellem Redefluss zu folgen und die Inhalte zu erfassen.

Doch wer als Kind ein Instrument zu spielen gelernt hat, dessen Gehirn erkennt Sprache auch im Alter besser. Eine Studie ergab beispielsweise, dass musikalisch geübte Senioren Sprachlaute zwei- bis dreimal schneller erkennen und verarbeiten. Eine andere zeigte, dass dieser positive Effekt sogar dann noch anhält, wenn man das Instrument seit der Jugend nicht mehr angefasst hat: Einige Jahre Musikunterricht in der Kindheit reichen offenbar aus, um die Sprachverarbeitung dauerhaft zu verbessern.

NPO, 23.11.2016
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