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Künstliche Intelligenz: Wie Maschinenhirne lernen

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Go-Spieler und KI-Ärzte

Diese Technik verleiht erstmals auch Computergehirnen die Fähigkeit zu lernen. Man muss ihnen nur die Möglichkeit geben, immer wieder selbst auszuprobieren, welche Strategie zum Erfolg führt. Auf diese Weise hat sich beispielsweise die künstliche Intelligenz AlphaGo selbst beigebracht, das asiatische Brettspiel Go meisterhaft zu beherrschen. Das System benötigte dabei am Anfang nur eine Aufstellung der Spielregeln. Den Rest lernte AlphaGo, indem es wieder und wieder gegen sich selbst spielte. Am Ende war die KI so erfolgreich, dass sie sogar einen internationalen Go-Champion besiegen konnte.

Andere künstliche Intelligenzen haben selbstständig tausende von Fotos von Hautkrebs-Flecken ausgewertet. Im Laufe der Zeit lernte dieser "KI-Doc" dadurch, gutartige Hautflecken von bösartigen Melanomen zu unterscheiden. Ein Test gegen 21 erfahrene Hautärzte erwies: Die künstliche Intelligenz lag bei ihren Diagnosen in 91 Prozent der Fälle richtig – das war genauso oft wie die menschlichen Dermatologen.

Google Glass
Mit den Fähigkeiten ihrer Spracherkennungssoftware steht und fällt auch der Erfolg sogenannter Wearables wie etwa Google Glass.

Siri und die Bots: KI in unserem Alltag

Selbst in unserem eigenen Rechner oder Handy steckt inzwischen lernfähige Computertechnik: Egal, ob der digitale Assistent Siri, Cortana oder Echo heißt - dahinter steckt immer künstliche Intelligenz. Die Spracherkennungssoftware beantwortet unsere Fragen, macht für uns Termine und schreibt E-Mails und Textnachrichten für uns. Gleichzeitig lernt sie immer mehr dazu: neue Wörter, unsere Sprachweise und Vorlieben – all das merkt sich die KI und verbessert so ihre Leistungen.

Und auch im Internet stammen nicht alle Inhalte von Menschen: Häufig waren lernfähige Programme, sogenannte Bots, am Werk. So kann man längst gegen entsprechendes Entgelt die Dienste von Bots erkaufen, die dann auf Twitter und anderen sozialen Medien gezielt Nachrichten posten. Beim der letzten US-Wahl beispielsweise stammten knapp 20 Prozent der Tweets zu Wahlthemen nicht von Menschen, sondern von solchen Bots.

Doch Bots sind auch nützlich: Facebook und Co setzen solche Bots auch ein, um verbotene Inhalte auf ihren Seiten aufzuspüren. Wikipedia nutzt Editier-Roboter, um Inhalte von einer Sprache in die andere zu übertragen, Copyright-Verfehlungen zu erkennen oder Links einzufügen. Skurriler Nebeneffekt:  Diese Bots liefern sich dabei manchmal regelrechte Editier-Duelle: Über Jahre hinweg tilgen die Bots immer wieder die Aktionen des jeweils anderen. Im Extremfall kann dies zu richtigen Bot-Duellen ausarten.

NPO, 17.11.2017
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