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LEXIKON

Delon

[dəˈlɔ̃]
Alain, französischer Schauspieler, * 8. 11. 1935 Sceaux; begann seine Filmkarriere in den 1950er Jahren und profilierte sich mit der Darstellung vereinzelter, oft skrupelloser Charaktere; Filme u. a.: „Nur die Sonne war Zeuge“ 1960; „Rocco und seine Brüder“ 1960; „Der Leopard“ 1963; „Der eiskalte Engel“ 1967; „Der Swimmingpool“ 1968; „Borsalino“ 1970; „Vier im roten Kreis“ 1970; „Monsieur Klein“ 1976; „Eine Liebe von Swann“ 1984; „Nouvelle Vague“ 1990; „Der Tag und die Nacht“ 1997.
Delon, Alain
Alain Delon
  • Deutscher Titel: Nur die Sonne war Zeuge
  • Original-Titel: PLEIN SOLEIL
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1960
  • Regie: René Clément
  • Drehbuch: René Clément, Paul Gégauff, nach einem Roman von Patricia Highsmith
  • Kamera: Henri Decae
  • Schauspieler: Alain Delon, Maurice Ronet, Marie Laforet
Der junge Amerikaner Tom Ripley (Alain Delon) trifft in Italien seinen Landsmann Dickie. Fasziniert von Dickies selbstverständlichem Reichtum bringt Tom ihn um und gibt sich in Banken, Luxushotels und selbst in Briefen an Eltern und Freundin für den Getöteten aus.
Zur Freude des Kinopublikums übersteht Ripley anfangs selbst die heikelsten Situationen. Am Ende des ausgefeilten Spannungsfilms wird er allerdings enttarnt anders als in Patricia Highsmith„ Romanvorlage, wo der sympathischste Mörder der Krimigeschichte weiter sein Unwesen treibt.
  • Deutscher Titel: Der eiskalte Engel
  • Original-Titel: LE SAMOURAI
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1967
  • Regie: Jean-Pierre Melville
  • Drehbuch: Jean-Pierre Melville, nach einem Roman von Goan McLeod
  • Kamera: Henri Decae
  • Schauspieler: Alain Delon, Nathalie Delon, Cathy Rosier, François Périer, Catherine Jourdan
Der Samurai-Mythos fasziniert die Filmemacher und ihr Publikum. Jean-Pierre Melvilles Gangsterfilm »Der eiskalte Engel«greift den Mythos auf und gilt bald als Klassiker des Genres.
Melvilles Samurai ist der Pariser Berufskiller Jeff Costello, der seinen Beruf kühl und präzise ausübt. Er tötet für Geld, ohne Loyalität, ohne Emotion. Im Auftrag eines Gangstersyndikats erschießt er den Besitzer eines Nachtclubs. Die Polizei weiß, dass er der Mörder ist, doch sein perfekt konstruiertes Alibi bewahrt ihn vor der Anklage. Seine Auftraggeber aber wollen Costello opfern, da er weiter von der Polizei beobachtet wird. Als Costello sein Honorar abholen will, wird er beinahe erschossen. Verletzt kann er entkommen. Für ihn gibt es nur noch das Ziel, diesen Verrat zu rächen. Er nimmt zum Schein einen weiteren Auftrag an, doch nur, um sich von Polizei und Syndikat gejagt dem Gangsterchef nähern und die Rache vollziehen zu können. Als er in die Sackgasse gerät, begeht Costello gleichsam Harakiri: Unbewaffnet lässt er sich von Polizisten erschießen.
Regisseur Melville stilisiert die Hauptperson Costello/Delon zu einer Kunstfigur, deren Regungen auf wenige kontrollierte Gesten reduziert sind. Der völlig auf sich selbst bezogene Berufskiller erscheint in einer Zeit allgemeiner Vereinsamung als letzter Heldentyp, der in seiner Gefühlskälte beinahe unschuldig und trotz seines frühen Endes im Grunde unangreifbar ist selbst sein Ende liegt noch in seiner Hand. Dass diese Haltung scheinbar unausweichlich in den Tod führt, rückt dieses Gangsterschicksal für viele Kritiker in den Bereich antiker Tragödien. Alain Delon erlebt mit der Verkörperung des eiskalten Engels die Anerkennung als Kultstar des Gangsterfilms, als letzter Held des »film noir«. Für Regisseur Melville wird dies der kommerzielle Durchbruch, übertroffen nur vom atmosphärisch ähnlichen Film »Vier im roten Kreis« (1970).
  • Deutscher Titel: Eine Liebe von Swann
  • Original-Titel: EINE LIEBE VON SWANN
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1984
  • Regie: Volker Schlöndorff
  • Drehbuch: Volker Schlöndorff, nach einem Romankapitel von Marcel Proust
  • Kamera: Sven Nykvist
  • Schauspieler: Jeremy Irons, Ornella Muti, Alain Delon, Fanny Ardant
Der Pariser Lebemann Charles Swann (Jeremy Irons) lässt sich scheinbar widerwillig mit der schönen Halbweltdame Odette von Crécy (Ornella Muti) ein. Doch bereits kurze Zeit später erfahren seine Gefühle eine radikale Wendung. Aus einer Liaison entsteht Liebe. Charles projiziert sein idealisiertes Frauenbild auf Odette. Seine Zuneigung zu ihr ist von Anfang an mit Besitzansprüchen und krankhafter Eifersucht verbunden, was die Beziehung schließlich scheitern lässt.
Die gelungene Verfilmung des gleichnamigen Kapitels aus dem Roman »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« von Marcel Proust überzeugt durch atmosphärische Dichte, Inszenierungssicherheit bis ins Detail und eine eindrucksvolle Kameraführung.
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