Lexikon

rumänische Kunst

Architektur

Die ältesten walachischen Baudenkmäler zeigen westeuropäische Architekturformen (gotische Severin-Kirche in Turnu Severin, 13. Jahrhundert); andere erinnern an Werke der serbisch-moravischen Bauschule; so ist die Dreikonchenanlage der Klosterkirche von Cozia (1386) ein Abbild der Kirche von Kalenic in Serbien. Einflüsse vom Athos zeigen sich in der Anlage der Klosterkirche von Snagov (um 1530), die als Zentralbau mit Kuppel über 4 Säulen auf hohem Tambour errichtet ist. In der neuen Bischofskirche von Curtea dArgeş (geweiht 1517) wurde der byzantinische Zentralbautypus mit Apsiden und einer Kuppel übernommen. Die Dekoration dieser Kirche lässt armenische und islamische Einflüsse erkennen.
Die Architektur des Moldaugebiets entfaltete sich um die Mitte des 15. Jahrhunderts als Synthese von serbisch-moravischen und gotischen Formen, wobei jedoch die in der heimischen Holzbaukunst üblichen, mit Schindeln gedeckten Zeltdächer beibehalten wurden. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts drangen Motive der italienischen Renaissance ein. Im 19. Jahrhundert entstanden Bauten, die, im Sinn der europäischen Architektur, an historische Baustile anknüpften. Anfang des 20. Jahrhunderts folgten zunächst Gebäude im Stil der Art Nouveau. Beide Richtungen nahmen Elemente der traditionellen rumänischen Architektur auf. In den 1930er Jahren entwickelte sich die Architektur der Städte rasant; Bukarest erhielt schnell den Beinamen „Klein-Paris“. Moderne Bauweisen setzten sich nach und nach durch. Bis 1989 veränderte das kommunistische Regime die Stadtbilder erheblich. Allein N. Ceausescu ließ in den 1980er Jahren ein Drittel der Altstadt von Bukarest abreißen, um zahlreiche, seine Macht demonstrierende Neubauten errichten zu lassen. Erst nach 1989 gab es wieder Ansätze für eine Erneuerung der Architektur. Ein Beispiel dafür war der Mitte der 1990er Jahre ausgeschriebene internationale Wettbewerb „Bukarest 2000“, bei dem Architekten ihre städtebaulichen Visionen der Metropole entwarfen. Den Wettbewerb gewann das deutsche Architektenbüro von Gerkan, Marg und Partner.
  1. Einleitung
  2. Architektur
  3. Plastik
  4. Malerei
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