Lexikon
walisische Musik
16.-19. Jahrhundert
Nachdem die Künste in Wales während des Mittelalters besonders in Klöstern und Herrenhäusern eine Blütezeit erlebt hatten, kam das kulturelle Leben nach der endgültigen Vereinigung mit England im 16. Jahrhundert fast völlig zum Erliegen, u. a. weil viele walisische Musiker im Nachbarland wirkten. Aus dieser Zeit stammt eines der frühesten schriftlichen Zeugnisse walisischer Harfenmusik aus der Feder von William Penllyn. Im 17. Jahrhundert wurden insbesondere Volkslieder und die instrumentale Gattung des Harfen-Air gepflegt. Daneben ist seit dem 18. Jahrhundert die Kunst des harfenbegleiteten Penillion Singing belegt, dessen Wurzeln vermutlich bis ins Mittelalter reichen. Der bedeutendste Harfenist dieser Zeit war der sog. blinde Harfner John Parry (* 1719, † 1782), der außerdem mit der „British Harmony“ ein wichtiges Kompendium walisischer Musik hinterließ. Daneben entstand vor dem Hintergrund der Erweckungsbewegungen erstmals auch eine eigenständige Kirchenmusik mit Gesängen von William Williams (* 1717, † 1791) und Joseph Parry (* 1841, † 1903), die mit „Cwm Rhondda“ (vertont von John Hughes, 1873–1932) und „Aberystwyth“ („Jesus Lover of My Soul“) zwei der bekanntesten (Kirchen-)Lieder schrieben. Darüber hinaus komponierte Parry 1878 mit „Blodwen“ („White Flower“) die erste Oper in walisischer Sprache sowie Oratorien und Vokalwerke für das im 19. Jahrhundert erblühende Chorwesen. 1856 schufen Evan James und James James (* 1833, † 1902) die walisische Nationalhymne.
- Einleitung
- Mittelalter
- 16.-19. Jahrhundert
- Moderne
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