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Marcel Reich-Ranicki - ein bewegtes Leben

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Dem Tode nahe im Warschauer Ghetto

Ab 1940 lebt auch Marcel Reich im Warschauer Ghetto, in dessen Verwaltung er als Übersetzer tätig und deshalb auch verhältnismäßig gut unterrichtet ist. Ab Juli 1942 werden über 310 000 Juden aus dem Warschauer Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet - vor dem Hintergrund des drohenden Todes organisieren sich viele Tausend Juden Anfang 1943 zum Widerstand - auch Marcel Reich gehört der Jüdischen Kampforganisation (ZOB) an.

Doch im Februar 1943 sehen er und seine Frau Tosia, die er im Ghetto kennen gelernt hat, dem Tod ins Auge: Sie sollen ins Vernichtungslager Treblinka abtransportiert werden - können jedoch auf wundersame Weise vor der Deportation flüchten. In einem ARD-Interview zur Veröffentlichung seiner Biographie Mein Leben schildert Reich-Ranicki noch einmal die entscheidenden Sekunden seines Lebens:

“Na ja, wir sind herausgesprungen aus der Reihe, und der Soldat hat hinter uns hergeschossen. Das wissen wir von jemandem, das haben wir erfahren von einer Frau, die mit uns in den Reihen stand, die eine halbe Minute nach uns geflohen ist. Er hat geschossen, er hat uns nicht getroffen, er hat das Gewehr weggeworfen. Und die Frage, ob er uns nicht getroffen hat, weil da an dem Gewehr was kaputt war oder weil er uns gar nicht treffen wollte, wird unbeantwortet bleiben.“

 

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