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Die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher ist tot - eine Würdigung

Bewundert, geliebt und gehasst

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Innenpolitische Kämpfe

In ihrer Regierungszeit enttäuschte Thatcher weder ihre Freunde noch ihre Feinde. Konsequent folgte Thatcher in ihrer Politik den Grundsätzen ihres „Thatcherismus“, der ökonomischen Liberalismus mit Sinn für politische Autorität verband: Reduzierung des Wohlfahrtsstaates, konsequente Deregulierung von Wirtschaftsstrukturen sowie Privatisierung von Staatsunternehmen wie British Telecom oder British Airways. Dazu wurde die bis dahin sehr starke Machtstellung der Gewerkschaft wesentlich geschwächt, ihre Rechte erheblich eingeschränkt – mit eisernem Willen. Ein ganzes Jahr lang streikten die britischen Bergarbeiter 1984/1985 gegen die Schließung bzw. Privatisierung ihrer Zechen, bis den Gewerkschaften das Geld ausging – und Thatcher siegte.

Die innenpolitische Bilanz fiel zwiespältig aus: Die Politik Thatchers führte einerseits zu einem langjährigen Wirtschaftsaufschwung und einem Boom an den Aktienmärkten. Auch die Inflation ließ nach und die Arbeitslosenzahlen gingen ab 1987 massiv zurück. Doch auch die Schattenseiten der Politik Thatchers waren unübersehbar: Die Zunahme von sozialer Ungleichheit nahm Thatcher in Kauf, ja förderte sie bewusst. Eine neue arme Unterschicht entstand, die kaum mehr Chancen auf Teilhabe am gesellschaftlich-ökonomischen Wohlstand hatte.

Margaret Thatcher wurde in sozial schwachen Schichten zu einer wahren Hassfigur. Der britische Popstar Morrisey fing 1988 eine tatsächlich vorhandene Stimmung im Land provokativ ein, als er im Lied „Margarat on the Guillotine“ fragte: „When will you die“. Nicht wenigen erschien Thatcher als „neoliberale Hexe“ bzw. Politikerin mit „kaltem Herz“.

 

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Christoph Marx
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