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Martin Luther King: Der Mann mit dem Traum

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Mall in Washington am 28.08.1963
„I Have a Dream“: Am 28. August 1963 hielt King vor einer riesigen Menschenmenge in Washington seine berühmteste Rede.

"I have a dream"

Von nun an bereist Martin Luther King als eine Art Wanderprediger das Land – allen voran den rassistischen Süden. Er hält Reden, organisiert friedliche Protestaktionen, wird wiederholt verhaftet und macht doch immer weiter. Und er findet immer mehr Anhänger. Aus einer anfänglich kleinen Gruppe von Protestlern entwickelt sich eine große Bürgerrechtsbewegung: Im Jahr 1963 nehmen mehr als 250.000 Menschen an einer Demonstration in Washington teil. Auch weiße Amerikaner sind darunter.

Hier hält Martin Luther King seine berühmteste Rede: "Ich habe einen Traum, dass sich diese Nation eines Tages erheben und der wahren Bedeutung ihres Credos entsprechend leben wird. Wir halten diese Wahrheit für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich erschaffen sind. Ich habe einen Traum, dass meine vier Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden."

Tod eines Friedensnobelpreisträgers

Ein Jahr später finden seine Worte Gehör: Es wird ein nationales Gesetz zur Aufhebung der Rassentrennung beschlossen, das King mit entworfen hat. Für dieses Werk erhält er kurz danach den Friedensnobelpreis, das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time" kürt ihn zum "Mann des Jahres". Doch seine Taten erfreuen nicht jeden in Amerika: Am 4. April 1968 wird Martin Luther King in Memphis von einem weißen Rassisten erschossen. Er ist nur 39 Jahre alt geworden.

Sein Tod löst im Land Unruhen aus – und macht ihn zu einer Legende. Bis heute wird dem großen Bürgerrechtler immer am dritten Montag im Januar mit einem gesetzlichen Feiertag gedacht. Doch was ist in den USA geblieben von dem Traum Martin Luther Kings? 40 Jahre nach seiner Ermordung wird mit Barack Obama erstmals ein Afroamerikaner in das Amt des US-Präsidenten gewählt. Doch trotz dieses starken Zeichens ist der Traum von einer Gleichstellung aller Menschen, unabhängig von ihrer Hautfarbe, noch immer nicht Wirklichkeit geworden.

Ein Traum und die Wirklichkeit

Zahlreiche Studien belegen, wie schwarze Menschen in den USA im Alltag diskriminiert werden – ob bei Bewerbungen, bei der Wohnungssuche oder im Kontakt mit Polizei und Justiz. Auch ein Präsident Trump, der afrikanische Länder als "Dreckslöcher" bezeichnet haben soll und sich wiederholt auf die Seite von Menschen mit eindeutig rassistischem Verhalten gestellt hat, zeigt eindrücklich: In dem Staat, in dessen Unabhängigkeitserklärung geschrieben steht "all men are created equal", haben Kings Erben noch viel zu tun.

DAL, 04.04.2018
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