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Mythos Apple: Fünf Gründungsmythen der Computerfirma im Test

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Erster Apple-Rechner
Der erste Apple-Computer, Apple 1, wurde 1976 noch als Bausatz verkauft.

Mythos 4: Der erste Apple-Computer war ein Bausatz

Stimmt: Der 1976 entwickelte Apple 1 wurde in Einzelteilen verkauft – zu 666,66 Dollar das Paket. Der Rechner musste erst vom Käufer fertig zusammengesetzt werden. Als Zubehör gab es ein Netzteil, eine Tastatur, einen Bildschirm und ein Gehäuse. Erst der Apple II war schon fertig zusammengebaut – er verkaufte sich auch prompt deutlich besser. Im Jahr 1977 verkaufte die junge Minifirma Apple davon immerhin mehrere tausend Exemplare, 1978 bereits 10.000.

Mythos 5: Apple hat die grafische Benutzeroberfläche erfunden

Stimmt nicht ganz. Denn Steve Jobs hat die Idee zum berühmten "Desktop" eigentlich abgeguckt. Das Palo Alto Research Center (PARC) von Xerox hatte bereits 1973 einen Computer mit einer einfachen grafischen Oberfläche entwickelt – mitsamt Symbolen und Menüs. Als Steve Jobs 1979 diesen Rechner sah, erkannte er das Potenzial für einen einfachen, intuitiv bedienbaren Heimcomputer.

Apple Lisa mit grafischer Benutzeroberfläche
Beim Apple Lisa wurde die damals übliche Komandozeilen-Steuerung per Tastatur durch eine graphische Benutzeroberfläche mit Schreibtischcharakter und Mausbedienung ersetzt.

Jobs schildert diese Begebenheit so: "Als ich 1979 ins Xerox PARC ging, sah ich eine sehr rudimentäre grafische Benutzeroberfläche. Sie war weder vollständig noch fehlerfrei. Aber innerhalb von zehn Minuten wurde mir klar, dass eines Tages jeder Computer auf der ganzen Welt auf diese Art und Weise funktionieren würde." Und er sollte Recht behalten.

Ironie des Schicksals: Rund ein Jahrzehnt später wird Apple selbst kopiert: von Microsoft-Gründer Bill Gates. Dieser nutzt für sein neues Betriebssystem Windows viele grafische Elemente, die denen der  Benutzeroberfläche der Macintosh-Rechner auffallend ähneln. 1988 verklagt Apple Microsoft wegen dieser Plagiate, der Rechtsstreit geht über Jahre, letztlich setzt sich Microsoft aber durch. 1989 bekommt Apple seinerseits eine Klage von Xerox wegen der Benutzeroberfläche. Doch Jobs und Co haben Glück: Sie wird ein Jahr später abgewiesen.

Steve Jobs – der Film

Wie es mit Apple und seine Gründern nach diesen ersten Anfängen weiterging, davon berichtet auch der am 12. November 2015 anlaufende Kinofilm "Steve Jobs". In ihm stehen die Ereignisse hinter drei wichtigen Meilensteinen von Apple im Mittelpunkt: den Präsentationen von Macintosh (1984), NeXT (1988) und iPod (2001). Basierend auf der 2011 erschienen Jobs-Biografie von Walter Isaacson zeichnet der Film ein Portrait des Apple-Gründers, der zeitlebens ebenso legendär wie umstritten war.

NPO, 12.11.2015
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