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In neun Monaten um die Welt

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An Deck der “Spirit“

An Deck der “Spirit“

Seine Stimme geht fast unter in der Lautstärke des Sturmes. Die Wellen schlagen über mir zusammen und reißen mit, was sie kriegen können. Gerade haben wir unsere Rettungsboje verloren und das einzige, was mich auf diesem Segelboot noch hält, ist der Rettungsgurt, der mich mit der Sicherungsleine verbindet. Ich beuge mich nach hinten, schaue vorsichtig nach unten und blicke in den tobenden dunklen Atlantik, der in dieser Gegend bis zu 6000 Meter tief ist. Ich drehe mich ruckartig weg - zu spät! Die nächste Welle hat gesessen und trifft mich frontal, mitten ins Gesicht. Das Salz brennt in einer Wunde am Finger, doch es fühlt sich warm an. Auf knapp 15 Grad hat der Golfstrom den Atlantik aufgewärmt und aus ihm eine Wetterküche gemacht. Hier treffen kalte kontinentale Luftmassen auf tropisch feuchte Luft. Explosionsartige Sturmtiefs sind die Folge. Die Andrea Gail erlag einer solchen Urgewalt (dieser Vorfall wurde in "Der Sturm" verfilmt), doch bei uns an Bord sinkt momentan nur die Stimmung. Denn auch bei diesen Wind- und Wetterverhältnissen wird an Deck gearbeitet: Drei Vierergruppen wechseln sich im Drei-Stunden-Rhythmus ab: Segel wechseln, setzen, trimmen - eine Rennyacht kennt keine Pause und fährt rund um die Uhr.

7. Tag, Position 40 Grad Nord, 40 Grad West

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