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Nie mehr lieben – das Monster Mann als Klangerlebnis

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Entsprechend kritisierte die Jury in der anschließenden Diskussion, dass die Figuren keine Entwicklung durchliefen. „Es findet keine Bewegung in den Personen statt“, sagte die Juryvorsitzende Prof. Dr. Christina Weiss, ehemalige Kulturstaatsministerin im Bundeskanzleramt, „stattdessen wird die Verbitterung nur immer wieder bestätigt“. Die Literaturkritikerin Verena Auffermann pflichtete ihr bei, indem sie die Darstellung des „Schrecklichen“ im Stück wenig gelungen fand, denn es sei eben nicht nur „schrecklich wahr“ und „schrecklich öde“, sondern auch „schrecklich ausgewalzt“. Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Rudolf Frisius kritisierte die uneindeutige Stimmenregie, man frage sich ständig, wer wer sei. „Wenn es eine kunstvolle Mehrdeutigkeit wäre, fände ich es hoch spannend“, so aber sei man nur verwirrt, das ganze Stück sei „etwas windschief“. Allerdings, so das versöhnlichere Schlusswort, auf das man sich einigen konnte, habe das Stück durchaus Unterhaltungswert. Nicht zuletzt wegen solch entlarvender Sätze wie „Sich-Einlassen ist so Achtziger!“, mit denen eine der Figuren ihre Weigerung begründet, den Anweisungen des Psychotrainers zu folgen, sich auf eine bestimmte Situation „einzulassen“.

 

Das bestätigten die Stimmen aus dem Publikum, das in erster Linie gekommen war, das Kino im Kopf zu genießen: „lustig, böse, typisch Berg!“, „Ich habe mich sehr amüsiert“ und „schrecklich wahr!“ war zu hören. Viele zeigten sich außerdem begeistert von der „Magie“ des Hörerlebnisses und der hohen Klangqualität."

von den ARD-Hörspieltagen berichtet Ariane Greiner
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