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Parfüm: Düfte für die Sinne

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Nach der Aufklärung wurden Düfte zunehmend zu Stimmungsmachern, sie verwöhnten die Sinne, galten als Erfrischung. 1792 entstand das Grundrezept des berühmten Kölnisch Wassers "4711", benannt nach der Nummer des Hauses der Mühlhens in der Glockengasse in Köln. Das "Eau de Cologne", der Parfüm-Klassiker schlechthin, war geboren. Orangenblüten, Lavendel, Rosenessenz und Sandelessenz bilden bis heute die Basis dieses Odeurs. Napoleon soll es so gemocht haben, dass er sich förmlich damit duschte.


Ab 1910 interessierten sich zunehmend Couturiers für Parfüme, deren Herstellung bis dato den Parfümeuren vorbehalten war. Coco Chanel war 1921 die erste Modedesignerin, die ihrem Label eine eigene Parfümlinie hinzufügte. Chanel No. 5 ist bis heute ein Klassiker. Ihr Beispiel machte Schule. Heutzutage hat fast jeder namhafte Couturier auch seine eigenen Düfte und selbst Turnschuhhersteller tun es ihnen gleich.


Herstellung und Inhalte

Parfüme bestehen aus pflanzlichen, tierischen und chemischen Duftstoffen, die in Alkohol gelöst werden. Manche Sommerdüfte verzichten auf diese Zutat, da Alkohol sonnenstrapazierte Haut reizen kann. Ein weiterer Bestandteil sind die Aldehyde. Sie entstehen durch Wasserstoffentzug aus Alkoholen und lösen die unterschiedlichsten Geruchseindrücke aus - selbst solche, die mit natürlichen Stoffen nicht erzielt werden können.

Tierische Düfte sind Ambra, Castoreum, Moschus und Zibet. Sie riechen in ihrer Urform alles andere als verführerisch: Ambra wird aus den Ausscheidungen des Pottwals gewonnen, Zibet ist das Markierungssekret der Zibetkatze. Castoreum und Moschus sind die Geschlechtssekrete von Biber und Moschusrind. Ambra und Moschus werden heutzutage ausschließlich synthetisch hergestellt. Auch für Zibet und Castoreum gibt es künstliche Ersatzstoffe. Darüber hinaus verwenden die Duft-Designer allerlei Blüten, beispielsweise Rosen, Lavendel, Jasmin oder Maiglöckchen. Gewürze wie Kümmel, Ingwer, Fenchel, Pfeffer oder Vanille kommen ebenso zum Einsatz wie die Küchenkräuter Pfefferminze, Salbei, Thymian und Rosmarin. Besonderer Liebling der Parfümeurs ist der Orangenbaum, denn er gibt besonders viel her: Aus den Blüten gewinnt man Neroliöl, aus den Fruchtschalen Orangenöl, aus Blättern und Zweigen Petigrainöl.
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Claudia Haese
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