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Passwörter: Vorsicht mit Generalschlüsseln und Eselsbrücken

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Eselsbrücken stehen hoch im Kurs

Aber es kommt auch darauf an, wie ein solches Passwort aussieht: Ist es einfach bloß mein Name oder mein Geburtsdatum? Oder der meines Haustiers? Tatsächlich griffen in der Umfrage gut 42 Prozent auf solche persönliche Informationen als Passwörter zurück. Einige kombinieren dann den Namen noch mit einer Jahreszahl und fühlen sich damit auch der sicheren Seite. Beliebt sind auch Buchstaben oder Zahlenkombinationen, die auf der Tastatur nebeneinander liegen.

Doch leider macht man es auch damit den Hackern zu leicht.  "Viele Internet-Nutzer wählen persönliche Daten oder Vorlieben als Eselsbrücke, weil sie sich diese gut merken können", sagt Sebastian Koye, Sicherheitsexperte bei web.de. "Doch Hacker können solche Kennwörter in Sekunden knacken." Um ihnen dies zu erschweren, sollte ein Passwort aus einer Mischung von Zahlen, Buchstaben und sonstigen Zeichen bestehen, außerdem Groß- und Kleinschreibung enthalten.

Ein guter Kompromiss: die Satzmethode

Eselsbrücken sind aber nicht immer verkehrt – vor allem weil sich die meisten Internetnutzer ihre wichtigsten Passwörter im Kopf merken. Eine gute Lösung ist beispielsweise die Satzmethode: Dabei sucht sich der Nutzer einen Satz aus, den er sich gut merken kann. Von diesem nimmt er die Anfangsbuchstaben, inklusive der Groß- und Kleinschreibung, und baut sie zu einem Passwort zusammen. Dabei kann man auch einzelne Buchstaben noch durch Sonderzeichen oder Zahlen ersetzen.

Aus "Heute scheint die Sonne zum ersten Mal" wird dann beispielsweise Hsd$z1* - und damit eine scheinbar zufällige, kryptische Abfolge von Zeichen, die es Hackern schwer macht. Weil man ja ohnehin niemals das gleiche Passwort für mehrere Dienste verwenden soll, kann man dieses Passwort dann noch mit dem Kürzel des Dienstes versehen. Wichtig auch: Das Passwort sollte regelmäßig geändert werden – auch wenn wir uns dann schon wieder etwas Neues merken müssen.

Aber auch das sicherste Passwort bietet keinen Schutz, wenn die Hacker es schaffen, Spionage-Software in unseren Computer einzuschleusen. Damit können sie beispielsweise mitprotokollieren, wenn wir unser Passwort eingeben und es so einfach herausfinden. Deswegen ist es auch wichtig, einen Virenscanner zu nutzen und regelmäßige Software-Updates durchzuführen.

Web.de/NPO, 05.08.2015
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