21.05.2015
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wissen.de Artikel

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine der drei Säulen der Alterssicherung in Deutschland. Die meisten Versicherten erhalten die Altersrente, manche bereits früher eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und andere eine Rente als Hinterbliebene(r).

Wie hoch sind die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung?

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung liegt derzeit bei 19,9 Prozent des Einkommens - das gilt bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.250 Euro in den westlichen bzw. 4.550 Euro in den östlichen Bundesländern (Stand Januar 2007). Nach den Plänen der Bundesregierung soll er bis 2020 nicht über 20% und bis 2030 nicht über 22% steigen.

 

Wie bemisst sich die Rentenhöhe?

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Alles bereit zum Geld-Check?

Grundlage für die Höhe der Rente sind der Lohn bzw. das Gehalt während der Arbeitszeit sowie die Beitragszeiten, in denen in die Rentenversicherung eingezahlt wurde. Die Rente selbst errechnet sich aus einer für den Laien etwas komplizierten Formel: PEP x RA x AR = Rente (Persönliche Entgeltpunkte multipliziert mit dem Rentenartfaktor multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert ist gleich Monatsbruttorente). Informationen zur zukünftigen Rentenhöhe erteilt die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) unter Angabe der Rentenversicherungsnummer.

 

Wer bekommt Altersrente?

Bei der Altersrente sind zwei Arten zu unterscheiden: die Regelaltersrente und die Altersrente für langjährig Versicherte. Die meisten der Ruheständler in Deutschland beziehen Altersrente. Anspruch auf Regelaltersrente haben diejenigen Arbeitnehmer, die das 65. Lebensjahr (bei Frauen das 60.) vollendet und mindestens fünf Jahre Wartezeit abgeleistet, d. h. Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt haben. Angerechnet werden hier ebenso Ersatzzeiten, Kindererziehungszeiten oder Zeiten geringfügiger Beschäftigung. Anspruch auf Altersrente für langjährig Versicherte haben diejenigen, die vor 1948 geboren sind und 35 Jahre Wartezeit abgeleistet haben. Daneben gibt es noch Altersrenten für Schwerbehinderte und Berufs- oder Erwerbsunfähige sowie Altersrente nach Altersteilzeit und wegen Arbeitslosigkeit.

 

Ab wann gilt die Rente ab 67?

Die Altersgrenze für die Regelaltersrente wird zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben. Diese Anhebung gilt ab dem Geburtsjahrgang 1947 und erfolgt ab 2012 zunächst in Ein-Monats-, von 2024 an in Zwei-Monats-Schritten, so dass für Versicherte ab Jahrgang 1964 die Regelaltersgrenze von 67 Jahren gilt.

Wer vor 1955 geboren ist und vor dem 1. Januar 2007 Altersteilzeitarbeit verbindlich vereinbart hat oder wer Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen hat, ist von der Anhebung der Altersgrenze ausgenommen.

 

Wer bekommt Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit?

Auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit haben diejenigen Anspruch, die täglich drei, aber keine sechs Stunden mehr arbeiten können. Außerdem müssen fünf Jahre Wartezeit erfüllt sein und die Versicherten in den letzten fünf Jahren vor Eintreten der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben. Überdies dürfen bestimmte Hinzuverdienstgrenzen nicht überschritten werden. Rente wegen voller Erwerbsminderung erhält, wer täglich weniger als drei Stunden arbeiten kann.

 

Wer bekommt Witwen- oder Witwerrente?

Auf die Witwen- oder Witwerrente, auch "Hinterbliebenenrente" genannt, haben diejenigen Anspruch, bei denen der verstorbene Ehepartner fünf Jahre Wartezeit erfüllt oder bereits eine Rente bezogen hat und die außerdem das 45. Lebensjahr vollendet haben oder ein minderjähriges oder behindertes Kind erziehen oder vermindert erwerbsfähig sind. Daneben gibt es noch die kleine Witwen- bzw. Witwerrente, die Voll- und Halbwaisenrente und die Erziehungsrente.

 

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Warum geht es bei der Rente der Zukunft um “Nachhaltigkeit”?

Für die Rente der Zukunft hat die Rentenreform einige Änderungen zur Rentenanpassung, zum Rentenniveau und Niveausicherung sowie zur Anrechnung von Ausbildungszeiten gebracht. Der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern: Wenn die Zahl der Beschäftigten konjunkturell steigt und mehr Arbeitnehmer in die Rentenkasse einzahlen, dann wirkt sich das positiv auf die Rentenanpassung aus. Wird die Rentenlast dagegen von weniger Arbeitnehmern aufgebracht, so steigt die Rente weniger stark.

 

Was sind die wichtigsten Punkte des seit 1. Januar 2005 gültigen Alterseinkünftegesetz?

Seit 1. Januar 2005 ist die Hälfte der gesetzlichen Rente steuerpflichtig. Bis zum Jahr 2040 soll der steuerpflichtige Anteil sukzessive auf 100% angehoben werden. Vom steuerpflichtigen Betrag abgezogen werden allerdings noch die Sätze zur Kranken- und Pflegeversicherung. Eine Rente von bis zu rund 19.000 Euro pro Jahr, d. h. rund 1.580 Euro pro Monat, bleibt in der Regel steuerfrei. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag. (Stand Januar 2007).

Die persönliche Altersvorsorge wird dagegen durch Verbesserung des Sonderausgabenabzugs für Altersvorsorgebeiträge gefördert. Voraussetzung: Die private Rente muss monatlich ausgezahlt werden und darf nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen. Die Abzugsmöglichkeiten betragen 2007 noch 64% der innerhalb des Höchstbetrages gezahlten Beiträge einschließlich des steuerfreien Arbeitgeberanteils (12.450 Euro). In den folgenden Jahren wird der Satz um jährlich 2 Prozentpunkte angehoben, so dass die Aufwendungen zur privaten Altersvorsorge ab dem Jahr 2025 zu 100% (20.000 Euro) von der Steuer abgezogen werden können.

Was hat sich bei der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Vorsorge zuletzt geändert?

Ein weiterer Eckpunkt des Alterseinkünftegesetzes betrifft die betriebliche Altersvorsorge. Seit Januar 2005 sind die Beiträge des Arbeitgebers für eine Direktversicherung steuerfrei gestellt. Bei einem Arbeitgeberwechsel können Arbeitnehmer ihre Betriebsrente zum neuen Arbeitnehmer “mitnehmen und weiterführen (so genannte Portabilität).

Seit 2005 gibt es außerdem eine weitere Form der staatlich geförderten Altersvorsorge: die Rürup-Rente. Anders als die Riester-Rente wird sie zwar nicht vom Staat bezuschusst, doch die Sparer können die Aufwendungen für die Rürup-Rente als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Attraktiv ist die Rürup-Rente hauptsächlich für nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige, die nicht “Riestern“ können.

Abgeschafft ist seit 1. Januar 2005 das Steuerprivileg für Kapital-Lebensversicherungen bzw. private Rentenversicherungen. Das heißt: Die Erträge von Kapital-Lebensversicherungen, die nach dem 31.12.2004 abgeschlossen werden, werden nun mehr zur Hälfte besteuert - wenn der Vertrag eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren hat und die Auszahlung erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres erfolgt.

 

Mehr Informationen zum Alterseinkünftegesetz finden Sie in einer Broschüre des Bundesfinanzministeriums: www.bundesfinanzministerium.de 

von Michael Fischer, wissen.de