21.05.2015
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wissen.de Artikel

Kostenplan für das gekaufte Haus

Nicht nur der Kaufpreis bestimmt die Gesamtkosten eines Hauskaufs. Der Immobilienerwerber muss je nach Zustand der Immobilie mit vielen weiteren Euros rechnen. Ein detaillierter Kostenplan hilft hier, den Überblick zu wahren.

Immobilienkosten

Der Kaufpreis definiert sich als Festpreis für die Immobilie oder Eigentumswohnung und das Grundstück. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Neubau, wo die Baukosten manchmal sehr schwer zu kalkulieren sind. Aber darüber hinaus möchte auch der Fiskus seinen Anteil sehen. 3,5 Prozent des Kaufpreises fallen noch einmal an Grunderwerbssteuer an. Ein Notar beurkundet den Kauf, dessen Leistungen kosten noch einmal etwa ein Prozent vom Kaufpreis. Mit der Eigentumsumschreibung im Grundbuch ist der Erwerber offizieller Eigentümer der Immobilie. Aber auch dafür fallen Kosten in Höhe von etwa 0,5 Prozent des Kaufpreises an. War ein Makler bei der Vermittlung hilfreich, will dieser natürlich auch sein Honorar sehen.

Renovierungskosten

Ein Nachteil gegenüber dem Neubau ist, dass Altbauten möglicherweise aufwendig renoviert werden müssen. Zudem ist auf den ersten Blick für den Laien nicht genau abschätzbar, welche Schäden beseitigt werden müssen. Ist dann das Dach marode oder die Heizungsanlage hoffnungslos veraltet, dann summieren sich hier gewaltige Summen. Wenn ein Ausbau geplant ist - etwa für Gauben im Dachgeschoss - dann fallen auch in diesem Punkt noch Gebühren für die behördliche Prüfung und die Baugenehmigung an.

Finanzierungskosten

Damit sind nicht die tatsächlichen Kreditraten gemeint. Vielmehr sind es feste Kosten rund um die Finanzierung. So soll der Notar den Kreditvertrag begleiten und im Grundbuch muss die Grundschuld zugunsten der finanzierenden Bank bestellt werden. Das kostet etwa 0,5 Prozent der Darlehenssumme. Einige Kosten der Finanzierung sind nicht im Effektivzins erfasst. So muss manchmal etwa die Wertschätzung der Immobilie durch die Bank extra bezahlt werden.

Umzugskosten

Vielleicht soll mit dem Eigenheim auch gleich das Mobiliar ausgewechselt werden. Zumindest aber ist der Umzug ein guter Zeitpunkt zum Aussortieren und Neuanschaffen. Das verursacht entsprechend Kosten. Der Umzug selbst ist ebenfalls teuer. Je nach Variante - vom „Sparmodell“ mit dem eigenen Auto bis über den Komplettservice einer Spedition - sind die Kosten hier ganz unterschiedlich.

wissen.de-Tipp:

Immobilienerwerber haben den Vorteil gegenüber Hausbauern, dass sie die fertige Immobilie recht genau in ihren Kosten einschätzen können. Sollte bei der Bewertung des Zustandes Hilfe erforderlich sein, dann hilft die Architektenkammer oder der Verband Privater Bauherren. Diese Beratung kostet Geld, das ist aber angesichts der hohen Kosten gut investiert. Trotzdem: Wer sich vorher nicht genau über noch variable Kostenpunkte informiert - etwa Renovierung oder Umzug - der kann ein blaues Wunder erleben. Deshalb ist es auch für Immobilienerwerber sehr wichtig, vorab Kosten zu recherchieren und sich hinterher auch strikt an die gewünschten und ermittelten Maximalgrenzen für einzelne Produkte zu halten. Generell kann ein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben von etwa 5.000 bis 10.000 Euro nicht schaden.

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