21.05.2015
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Streng geschützt

Verbraucherrecht von A-Z – Ernährung

Für viele Verbraucher sind Bio-Lebensmittel ein wichtiger Beitrag, um sich gesund zu ernähren und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Doch noch immer ist das Misstrauen weit verbreitet: Ist auch wirklich "Bio" drin, wo "Bio" draufsteht? Und woran sind biologisches Gemüse & Co. zu erkennen?

Verbraucherrechte

Mit dem erwachten Umweltbewußtsein in den 1980er Jahren nahm auch das Interesse der Verbraucher an ökologisch erzeugten Lebensmitteln zu. So manche Ware schmückte sich jedoch mit der werbeträchtigen Bio-Botschaft, obwohl sie konventionell hergestellt war. Die Europäische Gemeinschaft schob dem Anfang der 1991 einen Riegel vor: mit der europäischen Öko-Verordnung. Darin ist genau definiert, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel erzeugt und produziert werden müssen, die als Öko-Produkte gekennzeichnet sind.

Lebensmittel dürfen nur mit "bio(logisch)" oder "öko(logisch)" gekennzeichnet sein, wenn sie den Vorgaben der Verordnung entsprechen. Diese Bezeichnungen sind geschützt. Begriffe wie "naturnah" oder "integrierter Anbau" haben hingegen mit biologischer Landwirtschaft wenig gemein.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hat im Jahr 2001 erstmals ein staatliches Emblem auf den Weg gebracht: das "Bio-Siegel" (siehe Abbildung). Hersteller können es auf ihre Verpackungen drucken, wenn sie die Regeln der europäischen Öko-Verordnung einhalten. Zwar bereichert das Bio-Siegel die Zeichen-Palette, in der Intention des Ministeriums liegt es jedoch, dass ein staatlich vergebenes Siegel für viele Verbraucher vertrauenswürdiger erscheint als ein privates.

Das Bio-Siegel

Kriterien für die Nutzung des Bio-Siegels sind

  • der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel
  • der Verzicht auf leicht lösliche mineralische Dünger
  • das Verbot von Gentechnik
  • das Verbot der Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln
  • artgerechte, flächengebunden Tierhaltung
  • Fütterung mit ökologisch hergestellten Futtermitteln ohne Zusätze wie Antibiotika oder Leistungsförderer
  • abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen

Um zu prüfen, ob die Landwirte diese Vorgaben einhalten, sind strenge Vor-Ort-Kontrollen eingeführt worden. Die Öko-Verordnung definiert Mindeststandards; die privaten Bio-Anbauverbände wie Bioland oder Demeter schreiben ihren Mitgliedern noch strengere Richtlinien vor.

Eine Auswahl von Verbandszeichen und Handelsmarken:

  • Verbandszeichen (z.B. Biokreis, Bioland , Biopark, Demeter, Ecovin, Gäa, Naturland, Ökosiegel)
  • Handelsmarken (z.B. Füllhorn, Alnatura, BioBio, Naturkost Grünes Land, Naturkind, Bio Wertkost)

Ab dem Jahr 2009 wird eine neue EU-Verordnung gelten: Sie beinhaltet die ökologische/ biologische Produktion, die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und auf Dauer angelegte Einfuhrregelungen. Kritiker bemängeln allerdings, dass das ab 2009 geltende Logo erstmals ausdrücklich gentechnische Veränderungen zulässt - ohne das die Verbraucher darauf hingewiesen werden müssen.

 

 

Verbraucher-Tipps

Qualität hat ihren Preis: Biologisch erzeugte Lebensmittel sind meist teurer als konventionelle. Vom persönlichen Ernährungsverhalten hängt es jedoch ab, ob die monatlichen Kosten für den Bio-Einkauf höher sind: Ersetzt ökologische Frischware etwa die konventionelle Tiefkühlkost, kann der gesunde Einkauf unterm Strich für Sie auch günstiger sein. Zumal bestehen erhebliche Preisunterschiede je nach Einkaufsort, Supermärkte sind in der Regel billiger als Naturkostläden.

Literatur-Tipps

Bio-Lebensmittel. Flyer vom aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft, download unter www.aid.de

aus der wissen.de Redaktion