21.05.2015
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Mut zum Nein

Jedes fünfte Krankenhausbett ist ein "Suchtbett"

Woran denken Sie beim Anti-Drogen-Tag? An LSD, Heroin oder Ecstasy? Oder fallen Ihnen auch die "paar Bierchen" vor dem Fernseher, das "Verdauungsschnäpschen" und die tägliche Schachtel Zigaretten dazu ein?

Drogen - das heißt nicht nur Dealen und Beschaffungskriminalität. Drogen sind auch die ganz alltäglichen, legalen Rauschmittel wie Alkohol oder Zigaretten. Häufig ist es nur ein kleiner Schritt vom Genuss zur Abhängigkeit. "Jedes fünfte Bett in deutschen Krankenhäusern ist ein 'Suchtbett', jeder zehnte Arztbesuch ist ein 'Sucht-Besuch'", betonte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Caspers-Merk bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichtes 2001.

Die Erwachsenen leben es vor: Zum gemütlichen Beisammensein gehört der Glimmstängel ebenso wie ein guter Tropfen. Es ist dieses Beispiel, dem Jugendliche folgen. Auch wenn ihre Drogen andere Namen tragen und verboten sind.

Neue Ansätze in der Drogenbekämpfung setzen verstärkt auf Aufklärung und Vorbeugung. Zuhause, in der Schule, in Sportvereinen usw. sollen Kinder lernen, selbstbewusst und aktiv durchs Leben zu gehen und auch mal eine Niederlage einzustecken. So werden aus starken Kindern starke Erwachsene. Sie leben lieber in der Realität als im Rausch und wissen, dass wahre Freunde keine Drogen brauchen, um das Herz zu öffnen. Das gibt Mut, "Nein" zu sagen. Zur Zigarette ebenso wie zur Designerpille.

Monika Wittmann