21.05.2015
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Der kleine, aber bedeutende Unterschied

Der kleine, aber bedeutende Unterschied und wie man damit umgehen sollte

Seit Jahren und Jahrzehnten - wenn nicht gar länger - fragen sich Männer und Frauen, ob sie überhaupt kompatibel sind. Getreu dem Spruch, Männer seien vom Mars und Frauen von der Venus, kommt uns das Verhalten des anderen Geschlechts tatsächlich oft rätselhaft vor.
Sind wir denn wirklich so verschieden? Die Wissenschaft sagt dazu ganz klar "ja"! Bezeichnenderweise haben die Forscher - darunter Naturwissenschaftler, Psychologen und Soziologen - ausgerechnet in einer Zeit, in der die Menschen mehr und mehr das "Gleichsein" und die Gleichberechtigung unter den Geschlechtern einfordern, eindeutige Beweise für diese Tatsache gefunden. Sie stellten fest, dass sich die Gehirne von Männern und Frauen in einigen Punkten grundlegend unterscheiden. So erklärt sich, dass die beiden Geschlechter unterschiedliche Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen an den Tag legen. Hierin mag auch die Quelle für viele Auseinandersetzungen zwischen Mann und Frau liegen.

Bereits seit der Steinzeit sind Frauen und Männer unterschiedlich gepolt

Das Gehirn von Frauen weist deutlich mehr Verbindungen zwischen linker und rechter Gehirnhälfte auf, als das der Männer. Daher rührt es unter anderem, dass Frauen weitaus vernetzter denken und mehrere Dinge gleichzeitig tun können, wohingegen Männer oft schon den Fernseher ausschalten müssen, um in Ruhe zu telefonieren, oder das Autoradio ausschalten, um eine Straßenkarte lesen zu können. Frauen dagegen können kochen, Radio hören und sich gleichzeitig noch mit einem ihrer Kinder unterhalten. Dass sich unsere Gehirne derart unterschiedlich entwickelt haben, rührt daher, dass Männer früher Jäger waren und Frauen zu Hause Heim und Kinder versorgten. Dies forderte unterschiedliche Fähigkeiten: Der Mann musste gut sehen können, um bei der Jagd sein Ziel sauber anzuvisieren, während die Frau auf jede kleine Gemütsregung oder Details ihrer Umgebung achten musste, um sowohl ihr Heim vor Eindringlingen zu schützen als auch für das Wohlbefinden ihrer Familie zu sorgen. In die heutige Zeit übertragen bedeutet dies, dass Frauen die sprichwörtliche "weibliche Intuition" besitzen, aufgrund der sie unscheinbarste Veränderungen sofort wahrnehmen und meist treffsicher einordnen. Und auch das kennen Sie: Oft finden Frauen verlegte Schlüssel oder Portemonnaies ihres Partners an den unmöglichsten oder auch offensichtlichsten Stellen wieder, und zwar auf Anhieb, wogegen er aufgrund seines von Natur aus begrenzteren Blickfelds den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Warum Frauen keine Landkarten lesen können

Diese unterschiedlichen Gehirnstrukturen sind uns bis heute erhalten geblieben. Männer haben im Gegensatz zu Frauen beispielsweise ein wesentlich besseres räumliches Vorstellungsvermögen. Ein besonderer Bereich ihrer rechten Gehirnhälfte stattet sie mit einem guten Orientierungssinn und besonderen mathematische Fähigkeiten aus. Dies erlaubt ihnen, z.B. Straßen- und Stadtpläne schnell zu erfassen. Nicht wenige Männer wundern sich oder regen sich darüber auf, wenn ihre Partnerin auf dem Beifahrersitz den Stadtplan in alle Richtungen dreht, um sie der jeweiligen Fahrtrichtung anzupassen. Für Frauen ist dieses Verhalten völlig logisch, denn nur so können die meisten von ihnen den Plan richtig lesen. Männer hingegen finden das seltsam, denn aufgrund ihres guten räumlichen Vorstellungsvermögens können sie leicht jede Karte auf die gegebene Örtlichkeit übertragen, so dass sie auch ohne Drehung der Karte beim Fahren wissen, wo sie entlang müssen. Haben Sie sich darüber mit Ihrem Partner auch schon des öfteren in die Haare gekriegt? Dann machen Sie das nächste Mal doch einfach aus, dass er sich die Karte vorher genau ansieht und Sie ihn dafür während der Fahrt auf nette Sehenswürdigkeiten am Straßenrand aufmerksam machen, die er sonst vielleicht übersehen würde. So wird die Fahrt sicherlich für Sie beide vergnüglicher.

"Schatz, Du redest heute aber wieder viel...!"

Ein weiterer interessanter Unterschied unserer Gehirnstrukturen ist die sprachliche Begabung. Frauen sind mehr als Männer sprachlich orientiert. Auch dies ist in einem bestimmten Hirnareal festgelegt. Männern hingegen fehlt dieser Bereich - bei ihnen wird die ganze linke Gehirnhälfte beansprucht, wenn sie reden. Da diese aber auch noch für viele andere Dinge zuständig ist, fällt es ihnen schwer, neben dem Reden weitere Dinge zu tun. Männer benutzen das Sprechen daher meist, um Informationen zu erfragen oder weiterzugeben. Aufgrund der jahrhundertelangen Zuständigkeit der Frauen für die sozialen Beziehungen benutzen Frauen die Sprache heute noch, um sich auszutauschen, gesellschaftliche Kontakte zu pflegen und um besser mit Stress umzugehen. Frauen geben daher pro Tag ca. dreimal so viele Wörter und kommunikative Gesten von sich als Männer.
Aus diesem Umstand können auch Missverständnisse entstehen. Wenn die Frau ihrem Partner das Herz ausschüttet, wartet dieser daraufhin oft gleich mit klugen Ratschlägen auf. Meist steht er dann ganz verdattert da und versteht nicht, warum sie sich aufregt und ihm - zu allem Überfluss - womöglich auch noch an den Kopf wirft, er habe ja üüüüüberhaupt kein Verständnis für sie. Um diese fast alltägliche Konfliktsituation zu vermeiden, sollten Männer lernen, dass es Frauen in diesen Situationen tatsächlich nur um das Reden geht. Außerdem ist dies für Frauen aufgrund ihrer Veranlagung meist der einzig wahre Weg, ihre Probleme zu äußern und loszuwerden - sie will sie sich einfach von der Seele reden. Männer können also erleichtert aufatmen: Sie sollen gar nicht antworten, es sei denn, die Partnerin signalisiert es ihnen. Beschränken Sie sich also aufs Zuhören. Ihre Partnerin wird sich glücklich schätzen und sich befreiter fühlen, wenn Sie sich erst mal alles von der Seele geredet hat. Im Gegenzug sollten Frauen verstehen, dass ein Mann ihr Reden über Probleme automatisch als eine Bitte um Hilfe auffasst. Das wiederum liegt an seiner analytischen Denkstruktur.

Die Größe des Gehirns ist nicht von Bedeutung

Ein kleiner Seitenhieb an alle Machos: Es stimmt zwar, dass das männliche Gehirn größer und schwerer ist als das weibliche. Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahren haben aber immer wieder bestätigt, dass Frauen bei der allgemeinen Intelligenz im Durchschnitt um drei Prozent besser abschnitten als ihre männlichen Artgenossen.

Gefühle - Macht hier das X-Chromosom den Unterschied?

Wie kommt es überhaupt, dass Mann und Frau so unterschiedlich sind?
Bereits in frühester Kindheit spielen viele Jungen lieber mit Miniaturpanzern, Autos und Robotern oder kämpfen und raufen miteinander, während Mädchen sich meist als die sanfteren Gemüter zu erkennen geben. Im Jahre 1997 gelang britischen Forschern erstmals der Beweis, dass Frauen tatsächlich über ein angeborenes Einfühlungsvermögen verfügen, wogegen Männer sich dieses im Laufe ihrer Entwicklung erst mühsam aneignen müssen. Ironischerweise ist dafür ausgerechnet das vom Vater auf die Tochter vererbte X-Chromosom verantwortlich. Denn nur dieses Chromosom enthält das Gen, das dazu befähigt, Gefühle bei anderen Menschen zu erahnen und darauf einzugehen. Damit es seine Wirkung entfalten kann, muss es sich mit dem X-Chromosom der Mutter vermischen. Da Väter ihren Söhnen nur das Y-Chromosom weitergeben, kann sich dieses "Einfühlungsgen" also nicht ausprägen. Die Fähigkeit, dass Frauen so empfänglich für Stimmungen anderer sind, ist demnach also genetisch bedingt und eine rein weibliche Eigenschaft. Da Männern dieses Feingefühl fehlt - auch in Bezug auf ihr eigenes Verhalten gegenüber anderen - führen sie sich in der Tat (und wie von Frauen gerne schmunzelnd bezeichnet) manchmal wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen auf.
Durch diese neueren Erkenntnisse weiß man heute, wie wichtig es ist, dass Eltern ihren Söhnen frühzeitig soziale Fertigkeiten vermitteln.

Freundschaft zwischen Mann und Frau?

Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus - darum können sie auch keine Freundschaft miteinander eingehen. Diese These vertritt schon Harry vehement in dem bekannten Film der 1980iger Jahre "Harry und Sally". Seiner Meinung nach können Frauen und Männer keine wahre platonische Freundschaft eingehen, da ihnen früher oder später unweigerlich die gegenseitige sexuelle Anziehung einen Strich durch die Rechnung macht. Doch ist dem wirklich so? Immer mehr Psychologen kommen heute zu dem Schluss, dass dieses Klischee veraltet ist und aus einer Zeit stammt, in der die Frauen noch brav am Herd standen und der Mann hinaus in die Welt ging, um die Familie zu ernähren. Die Zeiten haben sich jedoch geändert: Heute arbeiten Mann und Frau gemeinsam, treiben zusammen Sport und verbringen auch sonst oft in gemischter Runde ihre Freizeit. Auch wenn es dabei immer wieder einmal zu Spannungen kommt, sind sich Wissenschaftler heute längst einig, dass Mann und Frau nicht nur romantische, sondern auch rein freundschaftliche Beziehungen pflegen sollten. Der Erfolg gemischter Freundschaften hängt dabei von unterschiedlichen Aspekten ab:

  • Wo begegnet man dem Freund oder der Freundin überhaupt? Es ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht, einen Freund oder eine Freundin des anderen Geschlechts zu finden. Denn bereits in der Schule lernen wir, sobald wir in die Pubertät kommen, dass "Männlein" und "Weiblein" sich anscheinend hauptsächlich aus romantischen Beweggründen zusammentun. Doch gerade über den Sport oder andere gemeinsame Interessen und daraus resultierende Aktivitäten lassen sich Gleichgesinnte finden - auch andersgeschlechtliche.
  • Will man tatsächlich nur Freundschaft oder doch auch Liebe? Zwischen romantischen und freundschaftlichen Gefühlen oder gar Trieb zu unterscheiden, ist oft schwerer als es aussieht. Man muss mit dieser Frage bewusst in sich gehen und eine klare Antwort finden. Vielleicht sind Sie mit einem Menschen unheimlich gern zusammen, fühlen sich wohl mit ihm, lieben ihn auf eine bestimmte Art und Weise - jedoch nicht genug, um eine Liebesbeziehung mit ihm einzugehen. Dann kann es gut sein, dass sie diesen Menschen als wahren Freund schätzen und bereit sind zu einer erfüllenden Freundschaft.
  • Wie gehen Sie mit der zwischengeschlechtlichen Anziehungskraft um? Die Gefahr, dass wie bei "Harry und Sally" der Sex schließlich doch über die platonische Freundschaft siegt, schwebt wie ein "Damoklesschwert" über jeder zwischengeschlechtlichen Freundschaft. Untersuchungen ergaben, dass diese sexuelle Spannung in zwischengeschlechtlichen Freundschaften stets präsent ist. Wenn Sie nicht wollen, dass dieser Aspekt Inhalt Ihrer Freundschaft wird, sollten Sie den Freund oder die Freundin frühzeitig darauf ansprechen - so vermeiden Sie von vornherein ungewünschte Reibungspunkte.
  • Wie schafft man eine Basis der Gleichberechtigung? In unserer auch heute noch patriarchalisch geprägten Gesellschaft besteht die Herausforderung darin, eine auf völliger Gleichberechtigung basierende Freundschaft aufzubauen. Dazu gehört, dass Männer sich von gewissen "machohaften" Klischees verabschieden und die Freundin als vollständig gleichwertigen "Kumpel" betrachten. Frauen dagegen müssen diesen Punkt wie selbstverständlich verkörpern und nicht in alte Rollenmuster zurückfallen.

Worin sich Frauen- von Männerfreundschaften unterscheiden

Gibt es Unterschiede zwischen Freundschaften nur unter Frauen und nur unter Männern?
Frauenfreundschaften bestehen hauptsächlich darin, dass sie die meiste Zeit darauf verwenden, sich über ihre Gedanken und Gefühle auszutauschen. Kommunikation lautet hier einer der Schlüsselbegriffe. Männerfreundschaften sind hingegen wesentlich gruppenorientierter. Man(n) trifft sich z.B., um gemeinsam Sport zu schauen oder zu treiben. Dass Männer untereinander offen über Gefühle sprechen, ist selten. Umso erstaunlicher ist, dass viele Männer zugeben, dass ihnen die Freundschaft zu einer Frau sehr viel bedeutet, da sie oftmals wesentlich tiefgründiger ist als gleichgeschlechtliche Freundschaften. Frauen genießen an der Freundschaft zu einem Mann oft die Leichtigkeit und Lockerheit - einfach auch mal herumalbern können, ohne jedes Mal alles bis ins Detail ausdiskutieren zu müssen. Alles in allem kann man erstaunlicherweise feststellen, dass Mann-Frau-Freundschaften meist wesentlich mehr Ähnlichkeit mit einer reinen Frauenfreundschaft aufweisen als mit einer unternehmungsorientierten Männerfreundschaft. Die kommunikative Komponente wird in gemischten Freundschaften äußerst hoch gewertet.
Damit eine wahre zwischengeschlechtliche Freundschaft gute Chancen hat, lange als solche zu bestehen, müssen beide Seiten sich darüber klar sein, wie die Grenzen ihrer Freundschaft gesteckt sein sollen, vor allem wie sie mit der sexuellen Anziehung umgehen wollen. Wenn diese "Eingangshürde" erst einmal genommen ist, steht einer langen Freundschaft kaum etwas im Weg. Je länger dieser Punkt jedoch von beiden Seiten ignoriert wird, umso mehr Konfliktstoff könnte er eines Tages bieten.
Eines haben zwischengeschlechtliche Freundschaften und Beziehungen auf jeden Fall gemeinsam: das Miteinandersprechen.

Nutzt getrennter Unterricht dem kleinen Unterschied?

In den letzten Jahren flackerte die Diskussion erneut auf, ob es besser sei, Mädchen und Jungen getrennt zu unterrichten oder ob die in öffentlichen Schulen verbreitete Koedukation zu bevorzugen sei. Gerade Mädchen sind im getrennten Unterricht deutlich unbefangener. Viele von ihnen behaupten gar, sie können sich in einer reinen Mädchenklasse wesentlich besser konzentrieren und haben weniger Scheu, sich zu Wort zu melden. Niemand hat Angst, sich lächerlich zu machen.
Neue Untersuchungen an diversen Hochschulen befassen sich wieder vermehrt mit Fragen der Koedukation. Es soll u.a. untersucht werden, ob sich Jungen in der Schule "breiter" machen und den Mädchen weniger Platz lassen, ihre Persönlichkeit im gleichen Maße zu entwickeln.
Sind Mädchen in gemischten Klassen in den klassischen "Jungenfächern" wie Mathematik, Physik oder Chemie benachteiligt? Auf den ersten Blick mag es tatsächlich so aussehen. Untersuchungen zeigen eindeutig, dass die meisten Frauen, die später ein naturwissenschaftliches Fach studieren, während ihrer Schulzeit eine Mädchenschule besucht haben. Das lässt den Schluss zu, dass Mädchen in diesen Fächern tatsächlich besser lernen, wenn sie darin getrennt von ihren männlichen Schulkameraden unterrichtet werden.
In England ist es mittlerweile in mehreren Schulen üblich, Jungen und Mädchen für gewisse Fächer wie z.B. Mathematik, Physik und Englisch getrennt zu unterrichten. In einer Schule in Essex werden außerdem mathematische Prüfungsfragen für Jungen und Mädchen getrennt und nach den geschlechtsspezifischen Vorlieben orientiert ausgegeben. Bei Textaufgaben für Mädchen ist die Rahmenhandlung dabei ein Garten, für Jungen spielt die gleiche Aufgabe in einer Eisenwarenhandlung. Die Idee entstand aufgrund der unterschiedlichen Ausprägungen weiblicher und männlicher Gehirne. Die Ergebnisse sprechen übrigens für sich: Während die Englischleistungen der Jungen viermal höher liegen als der landesweite Durchschnitt, sind die mathematischen Leistungen der Mädchen um ein Zweifaches höher.
Ein ähnlich interessantes Ergebnis veröffentlichte die Universität Freiburg. Forscher stellten fest, dass in Deutschland Mädchen im Vergleich zu den Jungen wesentlich schlechter im Unterricht abschneiden, wenn der Unterricht von einem Lehrer gegeben wird. Handelt es sich bei der Lehrkraft um eine Frau, schrumpft der Abstand zwischen Jungen und Mädchen auf ein Minimum. Das liegt daran, dass männliche Lehrer ihren Schülern gerade den naturwissenschaftlichen Stoff mit Beispielen näher bringen, die den Jungen zwar einleuchten, den Mädchen jedoch oft nicht ganz so klar sind. Das liegt wiederum daran, dass Jungen und Mädchen bei diesen Fächern mit unterschiedlichen Denk- und Vorstellungsweisen arbeiten. Um diese Unterschiede zu "überbrücken", müssen sie konkret im Unterricht angesprochen werden. So lernen sowohl Jungen als auch Mädchen, ihre geschlechtsspezifischen Unterschiede anzuschauen und zu diskutieren. Diese Auseinandersetzung muss früh beginnen, denn sie fördert gleichzeitig die Sozialkompetenz.

Eifersucht und wie Sie die Liebe lange halten

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft...
Im Allgemeinen hat die Eifersucht gar keinen guten Ruf - bisweilen gilt sie sogar als krankhaft und gefährlich. Sie können allerdings auch Ihren positiven Nutzen aus der Eifersucht ziehen: Sie vermag die Liebe neu anzufeuern und bestehende Bindungen zu festigen. Doch Vorsicht: Eifersucht ist nicht nur eines der quälendsten, sondern auch eines der gefährlichsten Gefühle. Sanfte und ruhige Gemüter wurden dadurch schon zu regelrechten Bestien und gar Gewalttätern. Das wollen wir unbedingt vermeiden! Doch früher oder später ist sicherlich jeder von uns einmal eifersüchtig und das ist auch völlig normal. Internationale Studien belegen, dass die Menschen rund um den Globus eifersüchtig reagieren, sobald sie ihre Beziehung in Gefahr sehen. Diese Gefühlsausbrüche sollten sich dabei allerdings im Rahmen halten! Wenn Sie anfangen, Ihrem Partner hinterherzuspionieren oder sich mit rachsüchtigen oder gar selbstzerstörerischen Gedanken quälen, ist dies schon eine krankhafte Form der Eifersucht, die in manchen Fällen sogar behandelt werden sollte. Doch von diesen pathologischen Fällen einmal abgesehen ist die Eifersucht ein völlig normales Gefühl, das wie ein Alarmsignal fungiert und anzeigt, wenn grundlegende Bedürfnisse in der Partnerschaft nicht (mehr) erfüllt werden. Wer dieses Signal dann ignoriert, vergibt sich die Chance, Missverständnisse und Ungereimtheiten in der Beziehung zu klären.
Interessanterweise gibt es auch in diesem Punkt Unterschiede zwischen Mann und Frau. Männer reagieren hauptsächlich eifersüchtig, wenn sie sich von ihrer Partnerin sexuell betrogen fühlen, Frauen reagieren hingegen dementsprechend, wenn der Partner sich emotional zu einer anderen Frau hingezogen fühlt. Auch dies ist in der Evolution verankert: Männer können sich - im Gegensatz zu Frauen - nie ganz sicher sein, ob der Nachwuchs, den sie mit aufziehen, auch tatsächlich von ihnen ist. Wenn die Frau also mit einem anderen Mann schläft, besteht für den Partner tatsächlich Grund zur Eifersucht. Frauen hingegen waren früher auf die Versorgung durch ihren Partner angewiesen, der sich um sie und die Familie kümmerte und sie mit Nahrung versorgte. Wenn der Mann sich daher emotional zu einer anderen Frau hingezogen fühlte, bestand für die Frau die große Gefahr, plötzlich unversorgt dazustehen und auf sich allein angewiesen zu sein. Das hätte besonders zu Zeiten der Jäger und Nesthüter zu großen Problemen geführt. Aus diesem Urinstinkt heraus reagieren Frauen noch heute eifersüchtig, sobald der Partner sich mit einer anderen Frau gefühlsmäßig einlässt. Einen einmaligen Seitensprung können die meisten von ihnen hingegen verzeihen.

Hier einige Tipps, wie Sie mit Ihrer Eifersucht besser umgehen können:

  • Wenn Sie vermuten, dass Ihr Partner Sie betrügt, versuchen Sie nicht, ihn durch extreme Kontrollmaßnahmen daran zu hindern. Sie quälen sich selber unnötig damit oder laufen - besonders im Falle der unbegründeten Eifersucht - Gefahr, sich lächerlich zu machen. Gerade in letzterem Fall kann das Ihren Partner unter Umständen gerade erst recht in fremde Arme treiben.
  • Versuchen Sie nicht, Ihren Partner durch etwaige oberflächliche Flirts oder gar Kontakte eifersüchtig zu machen. Das mag zwar ihr Selbstwertgefühl kurzweilig steigern, aber Ihre Beziehung läuft unter Umständen Gefahr, daran zu zerbrechen.
  • Auch wenn Sie ein "gebranntes Kind" sind und Angst haben, verlassen zu werden, sollten Sie sich deswegen nicht total an die Bedürfnisse und Wünsche Ihres Partners anpassen und Gefahr laufen, sich dadurch selbst aufzugeben.
  • Werden Sie sich darüber klar, was Sie sich in der Beziehung wünschen und sprechen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin auch darauf an.
  • Verlieren Sie nicht den Blick für die kleinen Liebesbeweise des anderen - oftmals sind es gerade Kleinigkeiten, die die Liebe am Leben erhalten.

Erhalten Sie die Spannung

Um zu vermeiden, dass man eines Tages nur noch nebeneinander her lebt, sich nichts mehr zu sagen hat und gar nicht mehr weiß, warum man überhaupt jemals eine Beziehung eingegangen ist, ist es wichtig, die Liebe lebendig zu halten. Dies kann neben den weiter oben erwähnten Dingen z.B. durch kleine Aufmerksamkeiten geschehen. Auch so erhalten Sie die Spannung: durch einen spontanen Anruf oder durch einen unerwarteten Liebesbrief. Schreiben Sie ihm doch nächstes Mal ein "I love you" auf den Überweisungsschein, wenn Sie ihm Geld auf das Konto überweisen, oder verwöhnen Sie Ihre Freundin mit einem gemütlichen Frühstück im Bett. Oft bedarf es tatsächlich nur Kleinigkeiten, um Monotonie und Langeweile in der Beziehung gar nicht erst aufkommen zu lassen.