21.05.2015
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wissen.de Artikel

Museen und Familienfeste entdecken die Neuen Medien

60 Prozent der 6- bis 13-jährigen nutzen in ihrer Freizeit bereits den Computer. Der Computer wird häufig zum Spielen, aber auch zum Lernen von Kindern genutzt. Dies ist das Ergebnis der Studie "KIM 2000 PC und Internet" des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (MpFS), in dem die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK), die Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter Rheinland-Pfalz (LPR) und der Südwestrundfunk (SWR) kooperieren.

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Familientage in Hessen und Sachsen

Kinder begegnen dem Computer an vielen Orten im Alltag. Beliebte Treffpunkte sind z.B. Computerabteilungen der Kauf- oder Medienhäuser. Dort stehen Spielekonsolen und Computer, an denen neueste Spieletitel getestet werden können. Kindern und Eltern bieten sich in der Freizeitgestaltung noch viele weitere Möglichkeiten, das Medium Computer auf spielerische und unterhaltsame Weise kennenzulernen, z.B. auf Spiele-, Computer- und Buchmessen, auf Kinderfestivals, Kinderfesten, in Museen oder auf Familientagen.

Der Sächsische Familientag, der 1996 ins Leben gerufen wurde, fand 2003 in Großenhain statt. Er wird jedes Jahr vom Sächsischen Staatsministerium für Familie, vom Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung und der austragenden Stadt organisiert. Vereine, Verbände, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Unternehmen vor Ort u.a. sorgen für zahlreiche Angebote und Programmpunkte, z.B. können Kinder und Eltern an verschiedenen Plätzen, Ständen und Bühnen spielen, basteln oder musizieren.

Auch der Computer hat mittlerweile einen festen Platz im Programm, so dass Familien Kinder- und Lernsoftware am Computer testen können. Der Hessische Familientag wird 2003 zum zweiten Mal ausgetragen und zwar in Fulda. Das Hessische Sozialministerium richtet die Veranstaltung gemeinsam mit dem Felsenweg-Institut der Karl Kübel-Stiftung und der Stadt Fulda aus. Auch hier bietet sich den kleinen Computer-Fans im Kommunikations- und Medienzentrum die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung ins Internet einzusteigen oder Lernsoftware anzuschauen.

Museen

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Labyrinth Kindermuseum, Berlin
Das Berliner Kindermuseum möchte mit seinem Angebot Medienkompetenz vermitteln und positioniert sich als außerschulischer Lernort. "Die elektronischen Medien stehen im Kindermuseum nicht allein für sich, sondern beziehen sich immer auf Inhalte, die im Kindermuseum gerade thematisiert werden", heißt es in einer Beschreibung des Museumsangebots. Beim pädagogischen Konzept des Kindermuseums steht nicht der Lernerfolg im Vordergrund, sondern das Lernen durch Tätigkeit, das Experimentieren und Entdecken in vielfältigen Zusammenhängen.

Vor allem Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Lebenssituation keine Möglichkeit haben, Erfahrungen mit elektronischen Medien und Datennetzen zu sammeln, können durch das Kindermuseum einen Zugang zu diesen Medien und damit auch zu anderen Welten bekommen. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Förderung von Mädchen ein: Derzeit findet eine medienpädagogische Arbeit mit Mädchen im Alter von 8 bis 9 Jahren statt. Sie erlernen Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC, mit Grafikprogrammen und der digitalen Fotografie. Anhand einer praktischen Aufgabenstellung - die Gestaltung eines Jahreskalenders - wird das Erlernte gleich in die Praxis umgesetzt.

Heinz Nixdorf Museum, Paderborn
Das Programm "Kids aktiv" der Museumspädagogik ist ausstellungsbegleitend und richtet sich an Kinder und Erwachsene. Das Nixdorf-Museum, das über 1 000 Computer-Exponate des Firmengründers verfügt, bietet Veranstaltungen an, die spezielle Ausstellungsbereiche aufgreifen. Sie richten sich vor allem an Kinder und vertiefen die Ausstellungsinhalte spielerisch.

So bietet das Nixdorf-Museum z.B. themenorientierte Kindergeburtstage an. "Das Inventorium Pixelbilder" eignet sich für Kindergruppen im Alter von 4 bis 10 Jahre und dauert rund 90 Minuten. Es geht dabei um die Frage: Wie kommen die bunten Bilder eigentlich auf den Monitor des Computers? Die Kinder können erfahren, was Pixelbilder sind und wie der Computer sie aus vielen einzelnen Punkten zusammensetzt. Im Anschluss kann das eigene Pixelbild gemalt oder gesteckt werden.

"Kinderreich" des Deutschen Museums, München
Das "Kinderreich" ist ein Angebot des Deutschen Museums an Eltern, Betreuer und Lehrer, zusammen mit Kindern die ersten Schritte in die Welt der Technik und Naturwissenschaften gemeinsam zu unternehmen. Das Kinderreich gehört den Kindern von 3 bis 10 Jahren und ihren Begleitern, Erwachsene ohne Kinder sind nicht zugelassen. Im Kinderreich warten eine klapperbunte Kraftmaschine und ein Wellenwasserwogenwehr, ein Bauklotzplatz, eine leiterlange Feuerwehr, ein Schatten-Farben-Lichtspielhaus und eine Riesengitarre.

Wer's ganz genau wissen will, kann alles nachlesen - und wer will, kann mit dem Computer Neues ausprobieren. Unter Bezugnahme auf die vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft und Erde) werden multimedial aufbereitete Forschungsreisen zur Geschichte der Menschheit und der Technik angeboten, ergänzt durch eine Zeitreise vom Urmenschen bis zum ersten Computer.

Kindermuseum, Frankfurt am Main
Das Kindermuseum ist ein fester Bestandteil der Frankfurter Kinderkultur und rund um das Jahr Anlaufpunkt für Kinder und Familien. Neben den jeweiligen Ausstellungen des Kindermuseums sind eine Druckwerkstatt, Kindergeburtstage, Kurse und Aktivitäten fest im Programm verankert. In der Computerwerkstatt können Kinder ihre eigenen Kurzgeschichten oder Gedichte mit einem Grafikprogramm entwerfen und in unterschiedlichen Varianten ausdrucken.

In der Projektwoche „Schreib-, Druck- und Computerwerkstatt für Mädchen" können Mädchen ab 12 Jahre die Möglichkeiten des eigenen Schreibens spielerisch erkunden. In Gedichten, E-Mails, fiktiven Liebesbriefen und kleinen erzählerischen Texten verleihen sie eigenen Ideen und Gefühlen sprachlichen Ausdruck.

Freizeitparks, Festivals und Messen

Ravensburger Spieleland
Das Ravensburger Spieleland ist ein Spiel- und Erlebnispark für Familien mit Kindern von 2 bis 14 Jahren. Kleine Computerspiele-Fans können in der Nintendo Games World die neuesten Titel für den Game Boy Advanced und den Gamecube ausprobieren. An vier Terminals mit Internetanschluss kann außerdem im Internet gesurft werden. Unter kreativer Fachanleitung erfinden Kids Spiele, binden Bücher oder lernen spielerisch den Umgang mit dem PC.

Kinderbuchmesse Oldenburg und Frankfurter Buchmesse
Familien, die sich gemeinsam über neue und interessante Kinder- und Lernsoftware und Computerangebote informieren wollen, finden vor allem auf Bildungs- oder Buchmessen eine große Angebotsbreite. Auf der jährlich im Herbst stattfindenden Kinderbuchmesse (KIBUM) in Oldenburg gibt es neben den Buchausstellungen im Bereich Kinder- und Jugendbuch umfangreiche Multimedia-Präsentationen zu aktueller Spiel- und Lernsoftware.

Den umfassendsten Überblick über aktuelle Kinder- und Lernsoftware bietet jedes Jahr im Oktober die Frankfurter Buchmesse. Dort stellen nahezu alle wichtigen Anbieter von Kinder- und Lernsoftware ihre Programme vor. Von Frühjahr bis Herbst finden im ganzen Bundesgebiet Kinderfestivals und Kinderfeste statt (z.B. Berliner Kinderfestival in Hohenschönhausen), auf denen mittlerweile auch Kinder- und Lernsoftware zum festen Bestandteil gehören. Hier wie auch bei vielen anderen lokalen und regionalen Messen, Medien- und Computertagen bieten sich für Kinder und Eltern Möglichkeiten, Produkte eingehend zu prüfen und sich mit Informationsmaterial und Demo-CDs zu versorgen.

© Die Computerwelt der Kinder, Vivendi Universal, Susanne Reininger