21.05.2015
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Vogelgrippe: Gefahr durch Lebensmittel?

Hilfe, was darf ich essen?

Die Vogelgrippe rückt unaufhaltsam vor. In ganz Deutschland gilt seit Samstag eine Stallpflicht für Geflügel. Angesichts neuer Vogelgrippefälle in Europa erließ Verbraucherminister Jürgen Trittin eine Eil-Anordnung - die erste dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik.

Natürlich wächst damit die Verunsicherung der Verbraucher: Was kann man überhaupt noch essen und wo schlummern die Gefahren in Lebensmitteln? Hier eine Empfehlung der Verbraucherzentralen beim Umgang mit Nahrungsmitteln:

Bei erkrankten Tieren können die Viren ins Fleisch oder in die Eier gelangen. Eine Ansteckung des Menschen über rohe Geflügelprodukte sei theoretisch möglich, aber äußerst unwahrscheinlich. Bisher werde dieser Weg der Infektion bei wenigen Menschen in Asien vermutet, wo viele Millionen Tiere an der Vogelgrippe verendet sind. In Deutschland gilt für Länder mit Vogelgrippefällen ein generelles Importverbot u.a. für lebendes Geflügel, rohe Geflügelprodukte oder Federn. Deshalb ist die Gefahr für Verbraucher in Deutschland, sich über Lebensmittel mit der Vogelgrippe anzustecken, zum jetztigen Zeitpunkt nicht gegeben.

Auch rohe Hühnereier fallen unter diese Verordnung. Überdies versiegt die Legetätigkeit bei erkrankten Tieren. Sie legen entweder gar keine Eier mehr oder nur deformierte ei-ähnliche Gebilde mit weicher oder fehlender Kalkschale, die unverkäuflich sind. Die Verbraucherschützer weisen zudem darauf hin, dass die Verpflichtung zur Angabe der Herkunft existiert, so dass jeder Verbraucher auf dem Ei nachlesen kann, woher sie stammen.

Keine Kennzeichnungspflicht bei Geflügel

"Leider gibt es diese Kennzeichnungspflicht bei Geflügelfleisch nicht. Verbraucher können sich aber die freiwillige Herkunftsangabe bei Geflügel zunutze machen", sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. So steht die Angabe D/D/D für Geburt, Mast und Schlachtung in Deutschland. Verbraucher sollten Geflügelfleisch und Eier bei der Zubereitung erhitzen. Das tötet potentielle Viren ab und schützt zusätzlich vor der viel realeren Gefahr durch krankmachende Keime wie Salmonellen oder Campylobacter.

Verbraucher, die in die Türkei in Urlaub fahren, können auch dort Geflügelprodukte ohne Gefahr verzehren, solange sie ausreichend erhitzt sind. Auch das - ausreichend erhitzte - Spiegelei vom Frühstücksbuffet im Hotel muss nicht von der Essensliste gestrichen werden. Doch der Besuch von Bauernhöfen mit Geflügelhaltung oder intensiver Kontakt zu Vögeln ist als Freizeitaktivität nicht ratsam, da hier die Ansteckungsgefahr höher ist. Fleischprodukte, Federn oder Jagdtrophäen dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden. Wer sich an diese Vorgaben hält, leistet einen wertvollen Beitrag, dass sich die Viren nicht so schnell verbreiten können.

Verbraucherzentralen in Deutschland
(www.verbraucherzentrale.info)

Verbraucherzentrale Hamburg