21.05.2015
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wissen.de Artikel

Schriftsteller von der Hochseeinsel

James Krüss und seine Kinderbücher

Ein Junge verkauft sein Lachen. Ein besonders strahlendes und mitreißendes. Fortan gewinnt er jede Wette. So jedenfalls lautet das Geschäft in dem Jugendbuch von James Krüss, das 1962 erschien. Die Geschichte von Timm Thaler gehört zu den bekanntesten Werken des Autors. „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“, das er erst nach vielen Abenteuern zurückerhält, begeisterte rund 15 Jahre später, also Ende der 1970er Jahre, sogar das Fernsehpublikum. James Krüss entführt seine Leser stets in ein Reich voller Fantasie. Und selbst wenn seine Werke auch immer die Vision einer besseren Welt enthalten, so sind sie doch immer unterhaltsam und keinesfalls moralisierend.

James Krüss und seine Ehrungen

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James Krüss

James Krüss, Porträt von 1988

Der Kinder- und Jugendbuchautor schrieb Hörspiele, Gedichte und rund 160 Bücher. Sie wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Für „Mein Urgroßvater und ich“ erhielt er 1960 den Deutschen Jugendbuchpreis. Mit „3 x 3 an einem Tag“ erhielt er die Auszeichnung 1964 zum zweiten Mal für das beste Bilderbuch. International wurde er 1968 mit der Verleihung der Hans-Christian-Andersen-Medaille für sein gesamtes literarisches Werk geehrt.

 

James Krüss und Erich Kästner

Nachdem er mit ihm für die Vertonung von „Die Konferenz der Tiere“ (Buch von Erich Kästner, 1949) zusammengearbeitet hatte, war es Erich Kästner, der James Krüss ermunterte, doch einmal ein Kinderbuch zu schreiben. Ergebnis war das 1953 erschienene Bilderbuch „Hanselmann reist um die Welt“.

 

James Krüss und die Insel Helgoland

Am 31. Mai 1926 wurde James Krüss auf Helgoland geboren. Auf der Hochseeinsel, die weniger für ihre Dichter als für ihre roten Felsen bekannt ist, verbrachte er seine gesamte Schulzeit. Sein erstes Gedicht schrieb er mit gerade einmal fünf Jahren – auf Helgoländer Friesisch. In seinen Werken führt Krüss seine Leser immer wieder auf die Nordseeinsel. Und offensichtlich hat er viele Kindheitserinnerungen darin verarbeitet: „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ oder „Mein Urgroßvater und ich“ sind nur zwei Beispiele dafür.

Am 1. September 2007 wird ein James-Krüss-Museum auf der Insel eröfffnet. Dazu wurden eigens so genannte Hummerbuden errichtet, die die Ausstellung beherbergen. Bücher zum Schmökern liegen dort, Verfilmungen werden gezeigt, Gedichte können mit dem Kopfhörer an einer Hörstation erlebt werden. Kindgerechte Möbel, Rolltische und eine Malecke machen deutlich, dass das Museum nicht nur, aber ganz besonders für Kinder gemacht ist.

James Krüss starb am 2. August 1997 auf der Insel Gran Canaria, wo er bereits seit 1966 lebte. 

von Michaela Wetter, wissen.de