21.05.2015
Total votes: 62
wissen.de Artikel

Die Stilvolle

Ob es um Jugendstil geht oder um die neuesten Klänge der Jazzwelt: Die Stadt am River Clyde hat ungeahnte Schätze zu bieten.

Dieses Bild ist leider nicht verfügbar. - wissen.de
Glasgow: Einkaufen auf Italienisch

In der Fußgängerzone entspannen oder doch lieber shoppen: Im Italien Centre ist beides möglich.

Wenn Besucher auf der Autobahn M 8 das Zentrum Glasgows durchqueren, ist der erste Eindruck von Schottlands größter Stadt eher schlecht. Auch folgendes Gerücht scheint sich zu bestätigen, wonach die Hafenstadt am Clyde ein heruntergekommener, verdreckter und in seiner Substanz weitgehend ruinierter Ort ist, wo in den tristen Gorbals, den Arme-Leute-Vierteln, der proletarische Bodensatz von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe lebt. Tatsächlich jedoch hat sich die fast 900 000 Einwohner zählende Stadt seit Mitte der 80er-Jahre des 20. Jh. selbst am Schopf aus dem Sumpf gezogen und präsentiert sich dem Besucher bei genauerer Betrachtung in neuem Glanz. Den letzten Schwung zum Imagewandel vom heruntergekommenen Großstadt-Slum zur modernen Dienstleistungsmetropole mit attraktiven Kunst- und Freizeitangeboten gab die Wahl zur Kulturhauptstadt Europas 1990. An die 3000 Gebäude wurden seitdem unter Denkmalschutz gestellt und von jahrzehntealtem Schmutz befreit, mehrere Mio. Pfund in die Verbesserung der städtischen Infrastruktur investiert.

Auf den Spuren des Jugendstils

Zentrale Figur ist der große Sohn der Stadt, das Jugendstilgenie Charles Rennie Mackintosh (1868-1928). Von ihm finden sich im engeren Innenstadtbereich auch architektonisch-gestalterische Spuren. Mit nur 28 Jahren schuf er die Entwürfe für die Glasgow School of Art in der Renfrew Street und wurde damit schlagartig zu einem berühmten Mann. Das Akademiegebäude wurde in zwei Bauphasen von 1897-99 und von 1907-09 errichtet. Klar und harmonisch gliedern Studiofenster die Fassaden. Über dem Eingang sind unschwer die architektonischen Anleihen beim Baronial Style des schottischen Burgenbaus zu erkennen und fantasievoll, kreativ-spielerisch sind die Metallarbeiten an der Hauptfassade. Die klaren Linien setzen sich im Innern fort und so ist die Glasgow School of Art ein unerhört harmonischer Gesamtkomplex. Da allerdings noch immer die hiesige Kunstakademie das Gebäude nutzt, kann man es eigentlich nur mit organisierten Führungen besichtigen.

Ein Besuch im Teehaus

Für die Kaffeehausbesitzerin Kate Cranston entwarf Mackintosh eine Reihe von Teehäusern in Glasgow, von denen heute nur noch ein einziges, der Willow Tea Room in 217 Sauchiehall Street, zu besuchen ist - am besten während eines gemütlichen nachmittäglichen Cream Tea. Auch noch das kleinste Detail von Mobiliar, Besteck, Geschirr und anderen Einrichtungsgegenständen entwarf Mackintosh selbst.

Weitere Gebäude des Meisters sind die Queens Cross Church (870 Garscube Road), in der die Mackintosh Society ihren Sitz hat, die Scotland Street School (225 Scotland Street), die heute die Exponate des Museum of Education (Mo-Sa 10-17, So 14-17 Uhr) ausstellt, weiter das Glasgow Herald Building (70 Mitchell Street), das Daily Record Building (Renfield Lane) und die Martyrs Public School (Parsons Street). Mackintoshs Art Lovers House kann der Besucher etwas außerhalb, südlich des Stadtzentrums im Bellahouston Park bewundern.

Einen Steinwurf nur von der Glasgow School of Art entfernt steht in der Buccleuch Street Tenement House. Es dokumentiert von außen wie von innen den bürgerlichen Lebensstil der viktorianischen Gesellschaft im 19. Jh.

Und das bietet Glasgow im Herbst und Winter 2008/09 für Sie:

Glasgow on Ice 24.11 bis 6.1 2009

Laufen Sie Schlittschuh im Herzen der City und tauchen Sie ein in Glasgows quirlige Atmosphäre.

 

Glasgow's Hogmanay, 31.12

Fantastische Liveacts, Straßen voller feiernder Menschen und eine unvergleiche Atmosphäre: Bei Glasgow's Hogmanay erleben Sie einen großartigen Start ins neue Jahr.

Glasgow's Celtic Connections vom 14.1 bis 1.2.

Erleben Sie Weltklasse-Musiker sowie die besten schottischen Talente und überlassen Sie ruhig Ihren Füßen das Kommando, wenn die keltischen Rhytmen Sie mitreißen.

 

Burn's Supper 25.1.

Sie sind dabei, wenn wir mit dem 250. Geburtstag unseres Nationsdichters Robert Burns den Auftakt zu Homecoming Scotland 2009 feiern, einem ganzen Jahr voller fantastischer Festivals.

 

Quelle: ADAC-Reiseführer