21.05.2015
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Von fliegenden Schotten, dem Rheingold und sibirischer Kälte

Legendäre Züge und Zugstrecken

Der König der Züge - der Orient-Express

Orient-Express, ein Name, der sofort Assoziationen mit größtmöglichem Luxus, herrschaftlichem Reisen in den goldenen Zwanzigern und Abenteurern mit Tropenhelm und Butler weckt. Am 4. Oktober1883 fuhr der erste Orient Express der "Compagnie Internationale des Wagons-Lits" (CIWL) von Paris aus Richtung Süd-Osten. Über Wien, Budapest, Belgrad und Sofia ging die Fahrt bis nach Giurgiu in Rumänien.

Streckenführung des Orient Express

Die Strecke des Orientexpress von London bis Istanbul

Ab 1888 fuhr der Zug bis Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Diese gut 3800 Kilometer lange Strecke legte der Orient-Express in nur 67 Stunden und 35 Minuten zurück. Eine sensationelle Zeit, wenn man sich die alternativen Reisemöglichkeiten dieser Zeit vor Augen hält.

Initiator des Orientexpress war der belgische Ingenieur und Unternehmer Georges Lambert Casimir Nagelmackers. Anfang der 1870er Jahre führte er den Schlafwagen in Europa ein. 1872 fuhren die ersten Schlafwagenzüge in Europa, zwischen Paris und Wien. Erfunden hatte diese komfortable Art des Reisens George Mortimer Pullman aus den USA. Nagelmackers gründete auch 1876 die Internationale Schlafwagengesellschaft.

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Historisches Werbeplakat des Orient-Express

Historisches Werbeplakat des Orient-Express. Auf dem Plakat sind die Zwischenhalte sowie ein Streckenplan enthalten.

Seinen Ruhm als luxuriöser Zug erhielt der Orient-Express durch verschiedene Annehmlichkeiten, die bis dahin in Zügen unbekannt oder zumindest nicht üblich waren: Man reiste bequem in Schlaf- und Speisewagen, die gefedert und gepolstert waren und man musste an Landesgrenzen nicht den Zug wechseln. Es gab Gasbeleuchtung und sanitäre Einrichtungen im Zug.

Der Orient-Express war als Zug, der einen Großteil Europas durchquerte, auch immer den politischen Wirren der Zeiten unterworfen. Im ersten Weltkrieg fuhr er nicht. Ab 1919 fuhr ein Simplon-Orient-Express durch die Schweiz und Italien bis Istanbul.

Ab 1920 fuhr der Paris-Wien-Prag-Warschau-Express, der Ungarn umfuhr. 1923 durften französische Züge nicht mehr über deutsches Gebiet fahren, was zur Einführung des Suisse-Arlberg-Vienne-Express führte, der von Paris aus über die Schweiz und Österreich Richtung Balkan fuhr.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg fuhren Orient-Express-Züge und Simplon-Express Züge auf wechselnden und meist auf verkürzten Strecken. 1962 wurde der Simplon-Orientexpress eingestellt, 1977 der Orient-Express der CIWL. Bekannt wurde der Zug auch bei Nicht-Eisenbahnfreunden durch Agatha Christies Kriminalroman "Mord im Orient-Express" sowie dessen Verfilmung.

Der Name Orient Express wird heute für einige Nostalgiezüge genutzt, die mit alten, aber nicht unbedingt Original-Orient-Express Wagen, touristische Fahrten unternehmen. Diese Züge fahren unter Namen wie "Venice Simplon-Orient-Express", "Nostalgie Istanbul Orient Express" oder "Pullman Orient Express".

Der langsamste Schnellzug der Welt - der Glacier Express

Atemberaubende Alpenpanoramen, mondäne Bergorte und Gemütlichkeit im Zeichen des Schweizerkreuzes verbindet man mit dem Glacier Express. Seit dem 22. Juni 1930 fährt der Zug, der von mehreren Bahngesellschaften betrieben wird, zwischen Zermatt im Wallis und St. Moritz bzw. Davos im Kanton Graubünden durch die Schweizer Alpen. Einzelne Teilstrecken wurden schon vorher eröffnet, die erste war die Strecke Visp - Zermatt 1891. Durch die Verbindung der einzelnen Strecken entstand die Glacier-Bahn.

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Das Landwasser-Viadukt

Der Glacier Express passiert das 65 Meter hohe Landwasserviadukt.

Seit 1941 ist die Strecke durchgehend elektrifiziert, von Beginn an waren die Teilstrecken Zermatt-Brig und Disentis-St. Moritz elektrisch befahrbar. Hier fuhren die berühmten Schweizer Krokodile, grüne dreiteilige Elektrolokomotiven. Die Strecke ist eine einzige technische Herausforderung, aber touristisch eine Sensation. Der absolute Gegenentwurf zu deutschen oder französischen Hochgeschwindigkeitsstrecken. Kein Geschwindigkeitsrausch, keine pfeilgeraden Strecken und Schallschutzwände. Vom bequemen Sessel im Panoramawagen fährt man in gesetztem Tempo durch 91 Tunnels, über Brücken, im Schnitt etwa eine pro Kilometer, und Viadukte in schwindelerregender Höhe und sieht sich am Alpenpanorma, Heidi-Almwelt und gemütlichen schweizer Bergorten satt. Dazu gibt es mehrsprachige Erläuterungen der Umgebung. Zeit genug hat man, die Strecke ist knapp 300 Kilometer lang, aber die Fahrt dauert siebeneinhalb Stunden.

Auf 2033 Meter Höhe steigt die Strecke am Oberalppass an, der tiefste Punkt ist bei Chur mit 586 Meter Höhe. Eine Besonderheit ist auch das Landwasser-Viadukt, das in 65 Meter Höhe bogenförmig aus einem Tunnel heraus gleich wieder in einen Tunnel führt.

Erst seit 1982 wird die Strecke mit der Eröffnung des Furka-Basistunnels auch im Winter und somit ganzjährig befahrbar. Vorher musste ein Teil der Strecke zwischen Oberwald und Realp winterfest gemacht werden, indem Oberleitung und Masten abgebaut und eine Brücke eingezogen wurde. Erst im Frühjahr wurde die Strecke wieder befahrbar.

Allerdings verliert er durch die neue Strecke durch den Furka-Basistunnel eines seiner touristischen Highlights, den Blick auf den Rhône-Gletscher (franz. Glacier), der dem Zug auch den Namen gab. Der Blick auf den Gletscher ist heute von einer Museumseisenbahn aus möglich, die die alte Furka-Pass-Strecke befährt.

Trotz aller touristischen Bedeutung ist der Glacier Express keine Museumsbahn. Moderne Lokomotiven und komfortable, zum Teil klimatisierte Wagen sind Standard. Es gibt Wagen der eersten und zweiten Klasse, in beiden Klassen auch Panoramawagen. Auch im Jahr 2006 wurden wieder neue Wagen in Dienst gestellt. Sitzplatzreservierung in Sitz- und Speisewagen ist Pflicht.
Wer nostalgische Züge liebt, kann im Sommer mit dem Alpine Classic Glacier Express in restaurierten Pullman-Wagen fahren.

Glacier Express Homepage
http://www.glacierexpress.ch/derglacierexpress.php

The Flying Scotsman - der fliegende Schotte

Der Flying Scotsman ist ein britischer Traditionszug, der seit 1862 (damals unter dem Namen Special Scotch Express) von London (King's Cross) aus bis Edinburgh verkehrt, seit 1877 etwa auf der heutigen Strecke. Die Fahrzeit für die 627 Kilometer lange Strecke betrug 8 Stunden 15 Minuten.

Die Züge starteten jeweils um 10:00 Uhr sowohl vom Londoner Bahnhof King's Cross als auch von Waverley in Edinburgh. Seit 1888 gab es auch Wagen der dritten Klasse, zuvor wurde ausschließlich in Wagen der ersten und zweiten Klasse gefahren.

Die Strecke wurde durch verschiedene Bahngesellschaften betrieben, die sich sowohl Geschwindigkeits- als auch Komfortwettbewerbe lieferten. Ab 1900 wurde durch den Einsatz neuer Waggons der Komfort deutlich erhöht. So gab es nun Speisewagen, Licht, Heizung und Toiletten sowie Übergänge zwischen den Waggons. Durch den Einsatz der Speisewagen konnte der "Lunch Stop" in York auf 15 Minuten verkürzt werden.

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Dampflokomotive 4-6-2 No 4472 des Flying Scotsman

Die Dampflokomotive 4-6-2 No 4472 des Flying Scotsman wurde 1923 in den Doncaster Werken, Doncaster, South Yorkshire, gebaut.

Im Jahr 1924 wurden die verschiedenen Bahngesellschaften, auf deren Strecken der Zug verkehrte, zur London North Eastern Railway verschmolzen. Seither fährt der Zug unter dem Namen "The Flying Scotsman". Auf der Strecke verkehrten die berühmten Lokomotiven "Flying Scotsman" und "Mallard", die mit 126 Meilen pro Stunde (etwas mehr als 200 km/h) schnellste Dampflokomotive der Welt. Die "Flying Scotsman" war die erste Dampflok, die eine Geschwindigkeit von mehr als 100 Meilen pro Stunde fuhr.

Ab 1928 wurde die Strecke ohne Zwischenhalt befahren, die Gesamtfahrzeit änderte sich hierdurch jedoch nicht. Vielmehr wurde verstärkter Wert auf angenehmes Reisen gelegt. So gab es nicht nur einen besonderen Restaurant-Service, sondern auch eine Cocktail-Bar und einen Frisör-Service im Zug.

In der Kriegszeit war der Zug wichtiges Transportmittel und trotz verstärktem Zugangebot häufig überfüllt. komfortansprüche mussten naturgemäß zurücktreten. Ab 1948 wurde der Standard der Vorkriegszeit wieder hergestellt. Die Fahrzeit betrug nun etwa sieben Stunden.

Seit 1991 ist die gesamte Strecke elektrifiziert. Mit der Privatisierung der britischen Eisenbahn British Rail im Jahr 1994 bis heute wird der Flying Scotsman durch die Great North Eastern Railway betrieben. Die Fahrzeit beträgt nur noch 4,5 Stunden.

Great North Eastern Railway Limited Homepage:
http://www.gner.co.uk/ (englisch)

Flying Scotsman im National Railway Musuem
http://www.nrm.org.uk/flyingscotsman/index.asp (englisch)

Der deutsche Traditionszug - Rheingold-Express

Der Rheingold-Express ist ein deutscher Traditionszug, der ab 1928 die Rheinstrecke befuhr. Die Strecke führte von Hoek van Holland in den Niederlanden über das Rheintal bis nach Basel in der Schweiz. Der Name des Zuges leitet sich von dem sagenhaften Schatz der Nibelungen, dem Rheingold, ab.

Als äusseres Zeichen des exklusiven dampfbetriebenen Zuges waren dessen Pullman-Wagen beige-lila lackiert. es wurden ausschließlich die 1. und 2. Wagenklasse angeboten, nicht die damals noch übliche 3. Klasse. Nach der kriegsbedingten Einstellung des Verkehrs fuhr ab 1951 wieder ein Rheingold-Express zwischen Amsterdam und Basel.

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Rheingold-Express

Der Rheingold-Express bei Oberwesel

Später fuhren der Rheingold und der Schwesterzug Rheinpfeil als TEE (Trans Europ Express), ab 1965 mit den berühmten Aussichtswagen, die in der 1. Klasse eine Glaskuppel hatten. Die Strecke wurde über Basel hinaus bis Genf verlängert. Besonders der Streckenabschnitt durch das romantische Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz galt als touristisches Highlight. Die kurvenreiche Strecke direkt am Rhein bietet bei einem relativ geringen Tempo eine hervorragende Aussicht auf die vielen Burgen und Weinorte und natürlich den berühmten Loreley-Felsen. Die Aussichtswagen fuhren bis 1976 als Teil des Rheingold.

1987 wurde der Name "Rheingold" von der Deutschen Bundesbahn aufgegeben.

Heutzutage werden Sonderfahrten mit alten Rheingold-Wagen angeboten. Die Rheinstrecke wird vor allem für den Güterzug- und Regionalverkehr genutzt. Fernverbindungen führen über die Neubaustrecke Köln-Frankfurt, die mit ICE-Zügen befahren wird.

Homepage über den Rheingold des Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V.:
http://www.rheingold-zug.com

The Ghan - 3000 Kilometer durchs australische Outback

Ein Zug, der auf seiner fast 3000 Kilometer langen Strecke einen ganzen Kontinent von der Südspitze bis zum nördlichen Ende durchquert: Der Ghan, in Australien auch "The legendary Ghan" genannt, die drittlängste Eisenbahnstrecke der Welt.

Von der Idee bis zur endgültigen Fertigstellung hat es 127 Jahre gedauert. 1877 wurde der Entschluß gefasst, einen Zug durch die australische Weite zu bauen. Per Zug sollten die Bodenschätze, Gold, Kupfer und Edelsteine, transportiert werden. Von Adelaide im Süden sollte er bis nach Darwin im Norden reichen. Bis dahin wurde die Wüste durch Kamelkarawanen bezwungen. Die Tiere, die samt ihrer Treiber aus Afghanistan kamen, waren den mörderischen Temperaturen und der Wassserknappheit des australischen Outback am besten gewachsen. Ihre verwilderten Nachkommen streifen heute in Herden durch die Wüste Australiens.

Auch beim Bau der Eisenbahntrasse waren sie unerlässlich. Die Australier dankten es ihnen, indem sie dem Zug das Logo eines Kamels gaben und ihn nach ihrer Heimat benannten. So erhielt der Zug den Namen "Ghan", denn der Australier kürzt gerne ab. Das erste Teilstück der Strecke bis zum Wüstenort Alice Springs wurde 1929 eingeweiht. Die Erbauer hatten sich jedoch für eine Route entschieden, die durch Buschfeuer und Überschwemmungen in der Monsunzeit nicht ungefährlich war. Termiten fanden in den Holzschwellen ein gefundenes Fressen. So hatte der Zug manchmal tagelange Verspätungen zu beklagen, was in der Wüste nicht immer ungefährlich ist. Schließlich wurde eine neue Strecke, etwa 150 Kilometer westlich der alten gelegen, gebaut.

Im Jahr 2001 wurde mit dem Bau der neuen Strecke zwischen Alice Springs und Darwin begonnen, drei Jahre später wurde sie eingeweiht und die ersten Züge des Ghan konnten die Gesamtstrecke befahren.

Die Strecke des Ghan ist größtenteils einspurig und wird, da sie nicht elektrifiziert ist, durch mit Dieselloks betriebene Züge befahren. Insgesamt ist die Strecke 2979 Kilometer lang. Sie wird hauptsächlich für den Güterzugverkehr genutzt. Diese Züge, die teilweise zweistöckig mit Containern beladen sind, können mehr als 1,5 Kilometer lang sein. Die nördliche Endstation Darwin ist ein wirtschaftlich und militärisch wichtiger Hafen für Australien. So sind die Personenzüge des Ghan nur ein willkommener touristischer Nebeneffekt der Linie. Verkehrliche Bedeutung haben sie kaum, da in Australien aufgrund der großen Entfernungen das Flugzeug das bevorzugte Verkehrsmittel im Personenverkehr darstellt.

Heute fährt der Ghan zweimal wöchentlich die komplette Strecke von Adelaide bis Darwin. Ein Hochgeschwindigkeitszug ist er nicht, die durchschnittsgeschwindigkeit liegt unter 100 km/h. So dauert die Fahrt knapp zwei Tage, auch dank mehrstündiger Halte in Alice Springs im Herzen des Kontinents und in Katherine, etwa 200 Kilometer vor Darwin. Viele Passagiere unterbrechen die Fahrt in Alice Springs für einige Tage, um den Wüstenort zu besichtigen. Von hier aus gelngt man in etwa 5 Stunden Autofahrt zum Uluru oder Ayers Rock, dem berühmten roten Monolithen, der das größte Heiligtum der Aborigines ist.

Der Reisende kann zwischen der Luxusklasse des "Golden Kangaroo Service" mit Vollpension und der einfacheren "Red Kangaroo" Klasse wählen. Auch der Autotransport ist im Ghan möglich. Als Zubringerzüge kann man den "Overland" von Melbourne oder den "Indian Pacific" von Sydney oder Perth nutzen. Dieser Zug durchfährt das südliche Australien in West-Ost-Richtung. Diese Strecke ist noch länger als die Strecke des Ghan, ihre Länge wird nur noch durch die Transsibirische Eisenbahn überboten. Hier findet sich auch die längste gerade Eisenbahnstrecke der Welt, 480 Kilometer führt diese ohne Kurve durch die Nullabor Plain.

Great Southern Railway
http://www.gsr.com.au/our-trains/the-ghan/the-journey.php (englisch)

Die längste Strecke der Welt - Transsibirische Eisenbahn

Die Transsibirische Eisenbahn ist eine Eisenbahn der Rekorde: Mit etwa 9300 Kilometern Länge ist sie die längste Eisenbahnstrecke der Welt. Sie führt vom Jaroslavler Bahnhof in Moskau nach Wladiwostok am Pazifik und durchquert dabei sieben Zeitzonen. Andere Züge fahren bis nach Peking.

Ende des 19. Jahrhunderts wollte das zaristische Russland den riesigen sibirischen Teil des Landes mit Hilfe einer neuen Eisenbahnstrecke erschließen. Neue Städte entlang der Strecke entstanden, die, wie beispielsweise Novosibirsk, Perm oder Omsk heute Millionenstädte sind. Insgesamt liegen an der Strecke 89 Städte. Der Handel mit China und die Ausbeutung der Bodenschätze Sibiriens wurden durch eine Eisenbahnstrecke wesentlich erleichtert. Dazu hattte die Eisenbahnverbindung hohe strategische Bedeutung für das Riesenreich Russland.

Bau der Transsibirischen Eisenbahn

Alltagsleben in Russland im Jahr 1902: Aufnahme der Transsibirischen Eisenbahn bei einem Halt in der Steppe: Hier werden Baumstämme abgeladen.

Der Bau der Transsibirischen Eisenbahn erfolgte von Cheljabinsk am Ural, von Wladiwostok am Pazifik und auf verschiedenen Teilabschnitten ab 1891. Diese Abschnitte wurden gleichzeitig gebaut. Die Bauabschnitte gaben den Streckenteilen ihre auch heute noch gebräuchlichen Namen wie Westsibirische-, Mittelsibirische-, Baikal- oder Amur-Bahn. Bis Cheljabinsk führte die Bahnverbindung schon damals.

Transsibirische Eisenbahn

Die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn von St. Petersburg über Moskau, dem eigentlichen Startpunkt, bis Wladiwostok und Peking

Der Bau der Strecke wurde durch die sibirischen Verhältnisse, die durch extreme Kälte im Winter, aufgewichte Böden im Sommer und natürlich die riesigen Entfernungen geprägt sind, erschwert. Zahlreiche russische und chinesische Arbeiter starben beim Bau der Strecke, auch durch verschiedene Krankheitsepedemien. Auch Zwangsarbeiter wurden in großer Zahl zum Bau der Strecke eingesetzt, die bis zur völligen Erschöpfung und zum Tod arbeiten mussten.

Zunächst wurde die Strecke einspurig gebaut, erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie zweispurig, seit 2002 ist sie durchgehend elektrifiziert.

Auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn fahren verschiedene Fern- und Nahverkehrszüge sowie Güterzüge. Die übliche Strecke, die von Touristen gefahren wird, ist die Route von Moskau über Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, bis in die chinesische Hauptstadt Peking. Ein touristischer Zug auf dieser Strecke ist der "Zarengold"-Zug.

Durch Südafrika im Blue Train

Einer der luxuriösesten Züge der Welt fährt in Südafrika. Seit 1923 fuhr der Union Limited zwischen Kapstadt und Johannesburg, seit 1939 trägt er den Namen Blue Train. Heute verkehrt er auf der Strecke Kapstadt - Pretoria. Er gilt als 5-Sterne Hotel auf Schienen, mit gediegenem Ambiente in Salonwagen, exzellenter Küche und hervorragender Weinkarte. Den Hotelanspruch komplettieren Butler, Wäschereiservice und Barwagen, nur hier darf geraucht werden, und Loungewagen, die zu Gesprächen mit den Mitreisenden einladen.

Zwei Züge, die in 11 Passagierwaggons nur 74 bzw. 82 Fahrgästen Platz bieten, fahren mit einer Gescwindigkeit von nur 90 km/h zwischen Kapstadt und Pretoria. Insgesamt besteht der Zug aus 18 Waggons. So benötigt der Zug insgesamt 27 Stunden für die 1600 Kilometer lange Strecke.

Blue Train Homepage:
http://www.bluetrain.co.za/ (englisch)

von Ulrich Strelzing, wissen.de