21.05.2015
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Deutscher Buchpreis 2006

Katharina Hacker ist zum Beginn der Frankfurter Buchmesse der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Buchpreis 2006 zuerkannt worden. Die 39-jährige erhielt die höchste Auszeichnung vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels für ihren Roman „Die Habenichtse“ (Suhrkamp Verlag). Der erste Deutsche Buchpreis ging im vergangenen Jahr an den Vorarlberger Schriftsteller Arno Geiger für seinen Roman „Es geht uns gut“ (Hanser Verlag).

Die Autorin

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Katharina Hacker

Der Deutsche Buchpreis 2006 geht an Katharina Hacker - Der beste deutschspachige Roman des Jahres: "Die Habenichtse"

Katharina Hacker wurde 1967 in Frankfurt am Main geboren. Von 1986 bis 1990 studierte sie in Freiburg Philosophie, Geschichte und Judaistik. 1990 wechselte sie an die Hebrew University nach Jerusalem. 1996 kehrte sie nach Deutschland zurück und lebt seitdem als Übersetzerin und freie Autorin in Berlin. Als Schriftstellerin debütierte sie 1997 mit der Stadterzählung „Tel Aviv“. Ein Jahr später ließ sie im Erzählband „Morpheus oder der Schnabelschuh“ Figuren der griechischen Mythologie durch die Jetztzeit irren. „Der Bademeister“ war 2000 ihr viel beachtestes und gelobtes Romandebüt, in dessen Zentrum ein furioser Monolog eines Berliner Bademeisters steht. Der Nachfolger „Eine Art Liebe“ (2003), die Geschichte über ein Verhältnis einer jungen Deutschen zu einem etwa vierzig Jahre älteren Israeli, wurde von der Kritik zwiespältig aufgenommen.

 

Das Buch

In dem nun ausgezeichneten Roman „Die Habenichtse“ (2006) geht es um ein junges Paar, Isabelle und Jakob, das sich am 11. September 2001 auf einer Party in Berlin trifft. Sie verlieben sich, heiraten und bekommen die Chance, nach London zu ziehen, wo Jakob eine Stelle in einer Anwaltskanzlei antritt, die eigentlich für einen Kollegen vorgesehen war, der bei den Anschlägen auf das World Trade Center umgekommen ist. Die beiden haben alles, was ein junges, erfolgreiches Paar braucht – und doch gerät ihr Leben nach und nach aus den Fugen. Die Jury lobte den Roman vor allem für seine „flirrende, atmosphärisch dichte Sprache“, mit der die Autorin „ihre Helden durch Geschichtsräume und in Problemfelder der unmittelbarsten Gegenwart“ führt. „Ihre Fragen sind unsere Fragen: Wie willst du leben? Was sind deine Werte? Wie sollst und wie kannst du handeln?“ Katharina Hackers Roman erzähle "die Geschichte von Haben und Sein neu".

 

Die Finalisten 2006

Für die Finalrunde (Shortlist) des Deutschen Buchpreises nominiert waren neben Kartharina Hacker Martin Walser („Angstblüte“), Thomas Hettche („Woraus wir gemacht sind“), Ingo Schulze („Neue Leben“), Sasa Stanisic („Wie der Soldat das Grammophon repariert“) und Ilja Trojanow („Der Weltensammler“). Insgesamt lagen der Jury 120 Romane in deutscher Sprache vor, die zwischen dem 1. Oktober 2005 und 12. September 2006 erschienen sind. In diesem Jahr setzte sich die Jury zusammen aus den Schriftstellern Terezia Mora und John von Düffel, den Literaturkritikern Pia Reinacher, Elmar Krekeler („Die Welt"), Volker Hage ("Der Spiegel") und Denis Scheck (Deutschlandfunk), sowie dem Hamburger Buchhändler Stephan Samtleben.

 

 

Der Deutsche Buchpreis

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse einen Roman in deutscher Sprache aus. Die Verleihung findet im Kaisersaal des Frankfurter Römer statt. Ziel des Preises ist es, über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit zu schaffen für deutschsprachige Autoren, das Lesen und das Medium Buch.

Mit ihren Büchern für den Preis bewerben können sich Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch Titel, die sich zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch in der Produktion befinden, sind zum Auswahlverfahren zugelassen. Die sieben Juroren, die jährlich wechseln,  prüfen alle eingereichten und den Teilnahmekriterien entsprechenden Bücher. Der Preisträger wird in mehreren Auswahlstufen ermittelt.

von Michael Fischer, wissen.de