21.05.2015
Total votes: 91
wissen.de Artikel

Mit Werbungskosten Kasse machen

Wer Steuern sparen möchte, sollte die Anlage N der Steuererklärung auf keinen Fall unter den Tisch fallen lassen. In diesem Formular geht es um die „Werbungskosten“: Ausgaben im Zusammenhang mit dem Beruf. Solche Kosten bringen oft eine erhebliche Steuerersparnis.

Die Pendlerpauschale

Wer mit dem eigenen PKW, Bus oder Bahn von seiner Wohnung zur Arbeitsstätte fährt, der kann noch immer bei der Steuererklärung mit der Entfernungspauschale von 920 Euro rechnen und so das zu versteuernde Einkommen mindern. Bei der Pendlerpauschale erhält man vom Finanzamt für jeden gefahrenen Kilometer zur Arbeit 30 Cent pro Kilometer akzeptiert (steuerlich absetzbar sind 50 Prozent von Hin- und Rückweg) - auch für Entfernungen unter 21 Kilometer. Wer an 230 Tagen im Jahr für die einfache Strecke 14 Kilometern benötigt, kommt auf 966 Euro und liegt damit bereits 46 Euro über der Werbungskostenpauschale. Bus- und Bahnreisende können die entstandenen Kosten für die einfache Fahrt angeben. Wer mal mit dem Auto, mal mit Bus oder Bahn unterwegs ist, darf zwischen Pauschale oder tatsächlichen Fahrtkosten wählen. Sollte das Bundesverfassungsgericht die Neuregelung tatsächlich absegnen, müssen die Steuerzahler die zu wenig gezahlten Steuern inklusive Zinsen zurückzahlen.

Das Arbeitszimmer

Für 2008 können nur diejenigen das Arbeitszimmer steuerlich absetzen, deren heimisches Arbeitszimmer Mittelpunkt der Tätigkeit ist. Die Begrenzung auf 1.250 Euro gilt nicht mehr. Stattdessen kann das Arbeitszimmer vollständig abzugsfähig sein. Das betrifft anteilig die Miete oder Grundsteuer, Heizungs-, Wasser-, Strom, Energie- und Reinigungskosten. Hinzukommen können anteilig außerdem Kosten für Renovierungen und Ausstattungen. Die Ausgaben sollten mit Rechnungen belegt werden.

Die Arbeitsmittel

Wer zu Hause für die Firma arbeitet, kann seinen Computer und die Software, den Scanner und Drucker steuerlich geltend machen. Abgeschrieben werden diese Arbeitsmittel über eine angenommene Nutzungsdauer von drei Jahren. Auch Telefonanlagen, Mobiltelefone, das Faxgerät oder der Fotoapparat sind bei nachgewiesener beruflicher Nutzung Werbungskosten. Gleiches gilt für den Schreibtisch, Aktenordner, Fachbücher bzw. Zeitschriften und Bücherregale. Ebenso absetzbar: Beiträge zu Berufsverbänden.

 

Die Dienstreise

Wenn der Arbeitgeber nicht sämtliche Kosten für Dienstreisen übernimmt, können die nicht erstatteten Aufwändungen ans Finanzamt weitergereicht werden. Für die Verpflegung gilt ein Pauschalbetrag von 6 Euro je 8 Stunden Abwesenheit bzw. 12 Euro ab 14 Stunden oder 24 Euro ab 24-stündiger Dienstreise. Bei Übernachtungen im Hotelzimmer muss die Hotelrechnung beigelegt werden. War das Frühstück inklusive wird der Preis um 4,50 Euro gekürzt. Ebenfalls abgesetzt werden können Kosten für das Telefonieren, E-Mailen oder Faxen, für den Gepäcktransport, für Trinkgelder oder Kundengeschenke.  

 

Die Fortbildung

Aufwändungen für die berufliche Fort- und Weiterbildung gehören ebenfalls zu den Werbungskosten. Voraussetzung: Es darf nicht die erste Berufsausbildung oder das erste Studium sein. Absetzbar sind sowohl Gebühren und Honorare wie Fahrten zur Bildungsstätte, Verpflegung wie bei der Dienstreise, doppelte Haushaltsführung und sämtliche Arbeitsmittel.

 

Die doppelte Haushaltsführung

Wer begründen kann, dass er zu einem beruflichen Zweithaushalt gezwungen ist, kann auch die damit verbundenen Aufwändungen als Werbungskosten geltend machen. Beispiele: Versetzung an einen anderen Arbeitsort, Antritt einer neuen Stelle oder entfernte Bereitschaftsdienste. Bei der Zweitwohnung wird allerdings nur eine Miete bis zu einer Größe von 60 Quadratmetern anerkannt. Absetzbar sind auch die Kosten für Heimfahrten (wie bei der Pendlerpauschale) oder nachgewiesene Umzugskosten. 

 

 

von Michael Fischer, wissen.de