21.05.2015
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wissen.de Artikel

6. Gefahrlos brennendes Fett löschen

Aus der Reihe: Wenn im Haushalt der Funke überspringt

Das Öl brutzelt in der Pfanne, das Steak freut sich auf sein heißes Bad, plötzlich klingelt das Telefon … Der Rest ist schnell erzählt. Fettbrände gehören zu den gefährlichsten Küchenunfällen und nicht selten enden sie in einem Brand der ganzen Wohnung. Die Verletzungen durch brennendes Öl sind verheerend. Was tun, wenn die Flammen aus dem Topf oder der Fritteuse schlagen? Ein wissen.de-Haushaltsratgeber.

Keine Panik, kein Wasser

Fettexplosion
Fettexplosion

Was tun, wenn die Pfanne brennt? Bloß kein Wasser auf brennendes Fett!

Bratfett verkohlt nicht – na, wunderbar. Dafür fängt es bei Überhitzung gleich Feuer, ganz ohne fremde Flamme. Ein solches Malheur hat schon so manche Fondue-Gesellschaft gesprengt oder manch verträumten Hobbykoch in Panik versetzt. Panik jedoch ist das Letzte, was die Situation erfordert, auch wenn es bei einem offenen Feuer in der Wohnung mit der Rauchentwicklung eines alten Dieselmotors schwer fallen mag, die Ruhe zu bewahren.

Wer panisch reagiert, greift in der Regel zum Wasser. Im Fall von Fettbränden ein fataler Fehler, denn Wasser löscht kein Fett. Es ist schwerer als dieses und sucht sich seinen Platz unter der brennenden Flüssigkeit. Dort eingeschlossen beginnt es aufgrund der Hitze von mehreren hundert Grad sogleich zu verdampfen. Die Folge: Der ungeheure Druck reißt das Flammenmeer auf. Es kommt zur Explosion, in deren Verlauf die emporgeschleuderten brennenden Fetttröpfchen die noch nicht brennenden entzünden – eine Kettenreaktion. Dies alles geschieht binnen einer Sekunde, keine Chance zu entkommen.

 

Fett löschen richtig gemacht

Wenn sich brennendes Fett oder Öl nicht mit Wasser löschen lässt, womit dann? Vielleicht mit einem Feuerlöscher? Auf keinen Fall, solang es sich um einen haushaltsüblichen Löscher handelt. Der würde das brennende Material nur verteilen.

„Auf der sicheren Seite ist, wer eine Löschdecke verwendet, wie sie im Fachhandel erhältlich ist“, sagt Manfred Stahl, Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg. „Hersteller sind zum Beispiel Total oder Minimax. Die Sofadecke ist auf jeden Fall zu vermeiden, denn die könnte ebenfalls in Brand geraten und alles nur noch verschlimmern.“

Schön und gut, nur hat nicht jeder eine Lösch- oder Branddecke im Haus. „Ein Deckel tut es zur Not auch“, fügt Stahl hinzu. Wichtig sei, zunächst die Befeuerung zurückzunehmen, also die Herdplatte oder Kochflamme auszustellen, und anschließend die Sauerstoffzufuhr zum Feuer zu unterbinden, um es zu ersticken.

 

Erstversorgung für Verbrennungen

Und was, wenn es zu spät ist? Wie sind Verletzungen durch Fettbrände zu behandeln? Hier rät der Feuerschutzfachmann zu kühlen. Jedoch nicht so, dass eine Unterkühlung eintrete, optimal sei Wasser auf Zimmertemperatur. Von Cremes oder Salben rät er ab.

Ratsam ist es in jedem Fall, die 112 zu wählen oder einen Arzt aufzusuchen. Brandverletzungen bedürfen professioneller Behandlung, insbesondere solche, bei denen sich ein brennender Stoff in die Haut einfrisst – so wie es bei Fettbränden der Fall ist.

von wissen.de-Autor Jens Ossa, Januar 2013