21.05.2015
Total votes: 182
wissen.de Artikel

Wenn das Licht ausgeht – Was tun, wenn eine Energiesparlampe zerbricht?

Kompaktleuchtstofflampe („Energiesparlampe“)
Kompaktleuchtstofflampe („Energiesparlampe“)

Sie sind klein, hell und ziemlich energieeffizient: Energiesparlampen. In immer mehr Haushalten ersetzen sie mittlerweile die bereits in Rente geschickten, alten Glühlampen. Doch geht so eine Energiesparlampe mal zu Bruch, kann die nicht so einfach mit Schaufel und Besen zusammengekehrt und in den normalen Hausmüll geworfen werden. Denn sie enthält Quecksilber. Was aber tut man beim Bruch einer solchen Lampe? Und wie gefährlich ist dies für die Gesundheit?

Spart Energie…

Eines ist unstrittig: Die Energiesparlampe wird ihrem Namen gerecht: Eine herkömmliche Glühlampe setzt 95 Prozent der zugeführten Energie in Wärmestrahlung und nur fünf Prozent in sichtbares Licht um. Der Großteil des verbrauchten Stroms geht daher unnötig verloren. Anders eine Energiesparlampe. Sie benötigt bis zu 80 Prozent weniger Energie, um die gleiche Helligkeit zu erzeugen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel: Bei einer durchschnittlichen Brenndauer von täglich drei Stunden haben sich die etwas höheren Anschaffungskosten für eine Energiesparlampe bereits nach einem Jahr rentiert. Auch wenn das Licht nicht die gleiche Qualität hat wie das einer warm leuchtenden Glühbirne, finanziell kann sich der Austausch lohnen.

…aber enthält Quecksilber

Allerdings: Energiesparlampen enthalten Quecksilber, wenn auch nicht in großen Mengen. Zwischen 12,5 und 3,5 Milligramm pro Lampe sind dies meist. Solange die Lampe intakt ist, ist dies unproblematisch: Das Quecksilber ist so eingeschlossen, dass nichts davon im normalen Betrieb entweichen kann. Anders ist dies, wenn eine Energiesparlampe zerbricht: Das Quecksilber kann dann entweichen. Studien zeigen aber, dass selbst dabei in der Regel nur geringe Belastungen auftreten. In geschlossenen Räumen ohne Belüftung können aber die gesetzlichen Richtwerte für die Raumbelastung kurzzeitig überschritten werden. Atmet man verdampftes Quecksilber ein, kann es zu einer akuten Vergiftung kommen. Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. In einer Energiesparlampe sind die Mengen allerdings zu gering, um dies auszulösen. Aber selbst geringe Mengen können auf lange Sicht schaden, denn sie werden in Geweben und Organen eingelagert und bewirken hier eine schleichende Vergiftung. Entsprechend wichtig ist es, beim Bruch einer Energiesparelampe richtig zu handeln

Was ist beim Bruch einer Energiesparlampe zu tun?

  • Lassen Sie die Fenster während der folgenden Aufräum- und Reinigungsarbeiten geöffnet.
  • Ziehen Sie Einweg- oder Haushaltshandschuhe an, damit Sie sich nicht an den Glasscherben schneiden.
  • Kehren Sie alle größeren Teile der Lampe zunächst mit einem steifen Papier oder Karton zusammen und geben Sie diese in ein luftdicht verschließbares Gefäß (z.B. Schraubglas oder feste, verschließbare Plastiktüte).
  • Nutzen Sie ein angefeuchtetes Einweg-Haushaltstuch oder auch ein Klebeband, um kleine Stücke und Staub aufzunehmen. Verpacken Sie die Lampenreste, Einwegtücher, Handschuhe usw. ebenfalls in dem luftdichten Gefäß. Dieses Gefäß kann in einer Sammelbox entsorgt werden.
  • Von Teppichen oder Polstern können kleinere Bruchstücke und Splitter mit einem Klebeband aufgenommen werden.
  • Verwenden Sie den Staubsauger nur als letzte Reinigungsmaßnahme und wenn die Oberfläche keine andere Wahl lässt. Halten Sie während des Staubsaugens die Fenster geöffnet. Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel und den Feinstaubfilter im Anschluss in der Restmülltonne.
  • Entsorgen Sie die zerbrochene wie Ihre ausgedienten Energiesparlampen bei der nächsten Sammelstelle für Altlampen.
  • Im Anschluss an alle Reinigungsmaßnahmen lüften Sie noch einige Zeit. Danach die Hände gründlich waschen.

Egal ob Glüh-, Halogen- oder Energiesparlampe – gerade beim Auswechseln der Lampe kann Glasbruch nie ganz ausgeschlossen werden. Folgende Tipps helfen, Missgeschicke zu vermeiden:

  • Stellen Sie – um Stromschläge zu verhindern – beim Lampenwechsel unbedingt sicher, dass die Leuchte vom Stromnetz getrennt ist.
  • Wechseln Sie die Lampe erst, wenn sie abgekühlt ist.
  • Fassen Sie die Lampe beim Wechsel am Kunststoffsockel oder ggf. am Hüllkolben an, nicht an den Glasrohren.
  • Wickeln Sie nicht mehr funktionsfähige Lampen bis zur Rückgabe in ein weiches Tuch oder legen Sie sie in einen sicheren Behälter.
  • Nehmen Sie die neue Lampe erst unmittelbar vor dem Eindrehen in die Fassung aus der Verpackung.
NPO