21.05.2015
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Flexitarier - Fleisch ja, aber bitte ganz bewusst!

Mal einen Rehrücken an Weihnachten oder ausnahmsweise ein Salamibrot, aber eigentlich esse ich ja gar kein Fleisch! Diese Haltung setzt sich in Deutschland immer mehr durch, das ist Trend. Flexitarismus ist für die, die ihn praktizieren, wunderbar, ein bisschen chic ist es auch. Man ist sozusagen ein gefühlter Vegetarier.

Einkaufskorb mit einer Palette von Nahrungsmitteln
Statt von einer flexitarischen Lebensweise kann man auch von einem laxen Vegetarismus sprechen.

Auch an der gerade laufenden Grünen Woche wird es deutlich: Weniger Fleisch essen liegt durchaus im Trend. Während allerdings Vegetarier oder Veganer aus ethischen, moralischen oder gesundheitlichen Gründen kein Fleisch oder tierische Produkte auf ihrem Speiseplan haben, ist dies vielen zu streng. Sie möchten stattdessen möglichst gemäßigt oder nur bestimmte Qualitäten von Fleisch essen. Oder sie verzehren es nur zu bestimmten Gelegenheiten und wenn, dann maximal dreimal in der Woche. Damit gehören sie zur Gruppe der Flexitarier.

Warum wird man Flexitarier?

Im Grunde greifen Flexitarier Essgewohnheiten auf, zu denen Ernährungsexperten schon lange raten. Diskussionen in den Medien um weniger Fleisch auf den Speiseplänen, aber auch diverse Lebensmittelskandale von BSE bis zu Pferdefleisch in Fertigprodukten, haben ein neues Bewusstsein geschaffen. Inzwischen ist auch die Palette an Fleischalternativen umfangreicher geworden und das Angebot an vegetarischen Speisen und Kochbüchern ist facetten- und abwechslungsreicher. Aber auch Armut und Arbeitslosigkeit können Gründe dafür sein, warum Konsumenten auf Fleisch sogar verzichten müssen.

Trend zum Fleischverzicht – aber auch zu mehr Fleisch

Zu den Flexitariern zählen inzwischen knapp 12 Prozent der Verbraucher in Deutschland, weitere 9,5 Prozent wollen ihren Fleischgenuss zukünftig überdenken und minimieren. Auch wenn sich nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) der Pro-Kopf-Fleischverbrauch insgesamt im letzten Jahrzehnt nicht signifikant verändert hat, so gibt es doch individuelle Unterschiede in der Menge des Verzehrs.

So hat sich einerseits die Anzahl der Vegetarier in der Bevölkerung fast verdoppelt –  zwei Drittel von ihnen sind dabei Frauen. Andererseits aber käme bei 13,5 Prozent der Deutschen sogar mehr Fleisch auf dem Teller, wenn es denn günstiger wäre. Das hat im Jahr 2013 eine repräsentative Befragung der Universitäten Göttingen und Hohenheim zum Fleischkonsum in Deutschland ergeben.

Armut, Arbeitslosigkeit und Lebensmittelskandale

Im Grunde greifen Flexitarier Essgewohnheiten auf, die Ernährungsgesellschaften schon lange raten. Generelle mediale Diskussionen oder Empfehlungen der Krankenkassen um weniger Fleisch auf den Speiseplänen, aber auch diverse Lebensmittelskandale von BSE bis zu Pferdefleisch in Fertigprodukten, haben ein neues Bewusstsein geschaffen. Inzwischen ist auch die Palette an Fleischalternativen umfangreicher geworden und das Angebot an vegetarischen Speisen und Kochbüchern ist facetten- und abwechslungsreicher. Aber auch Armut und Arbeitslosigkeit können Gründe dafür sein, warum Konsumenten auf Fleisch sogar verzichten müssen.

Die 10 Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):

  1. Lebensmittelvielfalt genießen, dabei vermehrt pflanzliche Lebensmittel wählen.
  2. Reichlich Getreideprodukte essen, am besten aus Vollkorn sowie Kartoffeln.
  3. 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart oder verarbeitet als Saft oder Smoothie.
  4. Milch und Milchprodukte täglich, Fisch 1 – 2 x in der Woche, Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen.
  5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel, besser Öle.
  6. Zucker und Salz in Maßen.
  7. Reichlich Flüssigkeit, am besten ohne Zucker.
  8. Lebensmittel möglichst frisch bei niedrigen Temperaturen schonend zubereiten.
  9. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen.
  10. In Bewegung bleiben und auf das Gewicht achten.

Wer isst was?

Veganer haben jegliche Nahrung tierischen Ursprungs von ihrem Speisezettel gestrichen. So gibt es keine Eier, Tiermilch, Honig und auch keine daraus hergestellte Lebensmittel und Zusatzstoffe. Wer aus Überzeugung vegan lebt, lehnt auch die Nutzung tierischer Produkte wie Wollpullover, Federbetten oder Seife ab. In Deutschland ernährt sich rund ein halbes Prozent der Bevölkerung nach dieser Maßgabe.

Frutarier wollen weder Tiere noch Pflanzen schädigen. Sie ernähren sich vor allem aus Fallobst, Nüssen oder Samen. Honig als Nahrungsmittel akzeptieren jedoch einige Frutarier.

Zu den Vegetarier gehören rund vier Prozent der deutschen Bevölkerung. Sie essen zwar kein Fleisch oder Fisch,  dafür aber durchaus Produkte vom lebenden Tier. Je nach Variante sind daher Milchprodukte und Eier durchaus Teil des Speiseplans oder aber nicht. So verzichten  Ovo-Vegetarier auf Milchprodukte und Lacto-Vegetarier auf Eier. Prescetarier schließen den Verzehr von Fleisch aus. Fisch, Eier, Tiermilch und Honig sind erlaubt.

Rohköstler essen grundsätzlich alle Arten von Lebensmitteln - aber nur in roher Form.. Bei der Verarbeitung soll das Essen nicht über 40 Grad erhitzt werden, damit Vitamine und Enzyme erhalten bleiben.

Als Puddingvegetarier werden Menschen genannt, die zwar darauf achten, dass kein Tier zu Schaden kommt, bei denen aber gesundheitliche Aspekte, Vitamine, Ballaststoffe oder Kalorien keine Rolle spielen.

Der Freeganer möchte mit seiner Haltung auf das Konsumverhalten der Gesellschaft und auf Armut hinweisen. Er verspeist im Grunde alle Lebensmittelformen, nur darf sie nicht aus kommerziellem Handel stammen.
 

ASC