29.09.2016
Total votes: 71
wissen.de Artikel

Nüsse: Harte Schale, gesunder Kern

Herbstzeit ist Nusszeit: Jetzt werden die lecker-knackigen reif und sind daher frisch zu kaufen. Und das lohnt sich: Schon die ägyptischen Pharaonen schätzten Nüsse als Schönheits- und Genussmittel, als wertvolle Öllieferanten und heilsame Naturarznei. Heute weiß man: Walnuss, Haselnuss, Mandel & Co. sind - trotz ihres hohen Fettgehalts - ein echter Gewinn für die Gesundheit.

Haselnüsse
Die Erntezeit für Haselnüsse beginnt je nach Witterung im September oder Oktober.
Ob die heimische Walnuss und Haselnuss oder exotischere Pekannüsse, Paranüsse, Mandeln und Co: Der Herbst ist für Nüsse aller Art Hochsaison und Erntezeit. In den Läden und auf dem Markt gibt es daher jetzt häufig erntefrische Nüsse zu kaufen. Ob eine Nuss frisch ist, kann in manchen Fällen der Schütteltest verraten: Wenn der in der Schale Kern klappert, ist er eingetrocknet und alt. Frische Nüsse bewahrt man am besten in einem Netz oder einer Holzkiste auf; so können sie atmen und sind länger haltbar.

Pistazien
Schmackhafte Pistazien: Pulen lohnt sich
Gehaltvoll - aber gesund

Nüsse sind nicht ohne: Weil sie viele pflanzliche Öle enthalten, sind sie ziemliche Kalorienbomben: Pro 100 Gramm können dabei schon mal gut 600 Kilokalorien zu Buche schlagen – das entspricht immerhin dem Energiegehalt einer Hauptmahlzeit. Kein Wunder, ihr Fettgehalt liegt - je nach Nusssorte - zwischen 42 und 73 Prozent.  Mehr als eine kleine Handvoll täglich sollten wir uns daher lieber nicht gönnen.

Trotzdem aber sind Walnuss, Mandel und Co keine ungesunden "Fettbomben" – ganz im Gegenteil: Nüsse enthalten viele gesunde Fettsäuren, darunter die für Herz und Gefäße besonders wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Diese senken den Blutfettspiegel, wirken der Bildung von Blutgerinnseln entgegen und verringern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders reich an Omega-3-Fettsäuren sind Walnüsse, Haselnüsse, Paranüsse, Erdnüsse, Pekannüsse und auch Maronen.

Nüsse enthalten noch weitere gesundheitsfördernde einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Unser Körper braucht diese, um das unerwünschte, "schlechte" Cholesterin (LDL) zu reduzieren. Ein niedrigerer LDL-Cholesterinspiegel wiederum senkt das Risiko von koronaren Herzkrankheiten. Das haben mehrere Studien herausgefunden. Wer regelmäßig Nüsse ist, tut seinen Blutgefäßen daher durchaus etwas Gutes.

Mandeln
Mandeln sind ein guter Lieferant für Kalzium, Magnesium und Folsäure.
Gut für Konzentration und Knochen

Unter der harten Schale stecken aber noch mehr gute Argumente für die Gesundheit: Nüsse sind wertvolle Eiweißlieferanten und können insbesondere bei Vegetariern zu einer ausreichenden Proteinversorgung beitragen. Viele Nüsse, wie Mandeln, Haselnüsse oder Baumnüsse, beinhalten alle neun lebenswichtigen Aminosäuren. Daraus baut unser Körper die Eiweiße, die beispielsweise zum Bau neuer Zellen, zur Wundheilung und zum Muskelaufbau lebensnotwendig sind.

Auch in anderer Hinsicht sind Nüsse echte "Power-Früchte": Sie wirken sich dank ihres hohen Gehaltes an B-Vitaminen positiv auf Gehirn und Nervensystem aus und helfen bei Konzentrationsschwäche. Calcium, Magnesium und Phosphor sorgen dagegen für gesunde Zähne und stabile Knochen und der relativ hohe Gehalt an Zink, Eisen und Vitamin B6 unterstützt das Immunsystem. Der relativ hohe Gehalt an faserigen Ballaststoffen in den Nüssen hat außerdem einen positiven Einfluss auf unsere Darmtätigkeit und auch auf den Cholesterinspiegel.

Macadamianüsse
Macadamia: Die "Königin der Nüsse" stammt ursprünglich aus Australien.
Sind alle Nüsse gleich gesund?

In Bezug auf Fettgehalt und Inhaltsstoffe gibt es durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Nussarten. Am fettigsten sind beispielsweise die Makadamianüsse mit fast 75 Prozent Fettgehalt, eher mager kommen im Vergleich die Cashewnüsse mit gerade einmal 42 Prozent daher. Walnüsse enthalten besonders viele Omega-3-Fettsäuren und viel Vitamin B6, in Paranüssen steckt besonders viel Selen und Mandeln sind ein guter Lieferant für Kalzium, Magnesium und Folsäure.

Cashew
Mogelpackung: Cashewkerne werden zwar zu den Nüssen gezählt, gehören aber eigentlich zu den Steinfrüchten.
Es gibt allerdings eine Ausnahme, was den Gesundheitswert der Nüsse betrifft: die Kokosnuss. Denn sie enthält im Gegensatz zu den anderen Nüssen einen hohen Anteil an gesättigten Fetten. Diese gelten als eher weniger gesundheitsfördernd. Daher sollte man diese Frucht eher in Maßen genießen und auch zum Braten lieber Sonnenblumen- oder Rapsöl nutzen statt Kokosfett.

obx-medizindirekt, 28.09.2016