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Problemfall Zucker – Volkskrankheit Diabetes Typ-2

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Schuld ist der Überfluss

Die Zahl der Menschen mit Diabetes Typ-2 nimmt rasant zu: Heute sind in Deutschland schon rund zehn Prozent der Bevölkerung betroffen, vor gut 50 Jahren war es erst ein Prozent. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist unsere Lebensweise. Denn auch wenn es eine genetische Veranlagung zum Diabetes gibt, einen noch größeren Einfluss haben Ernährung, Körpergewicht und Bewegung. Kein Wunder also, dass mit der Zunahme übergewichtiger Menschen in den Industrieländern auch die Zahl der Diabeteskranken steigt – immer häufiger sind sogar schon Kinder betroffen.

Nach den Erkenntnissen der Experten ist es vor allem ein Zuviel an Kalorien, vor allem aus kohlehydratreicher Nahrung, die einen Diabetes fördern. Süßigkeiten, gezuckerte Limonaden und Junkfood sind beste Voraussetzungen, um den Insulin-Stoffwechsel durcheinander zu bringen. Auch Süßstoffe beispielsweise in Light-Limonaden, scheinen eine Insulin-Resistenz zu begünstigen.

Aber andere Faktoren stehen heute ebenfalls im Verdacht, den Diabetes zu fördern. So kann schon kurzzeitiger Schlafmangel den Insulin-Stoffwechsel messbar stören, wie Forscher herausgefunden haben. Zudem deutet einiges darauf hin, dass Umweltchemikalien wie Weichmacher und Bisphenol A, aber auch Flammschutzmittel unseren Stoffwechsel negativ beeinflussen und das Diabetesrisiko erhöhen.

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Mit jedem Kilo mehr auf der Waage wächst das Risiko, zuckerkrank zu werden.

Übergewicht verstärkt das Problem

Kommt dann noch Übergewicht dazu und zu wenig Bewegung, dann steigt das Risiko, dass unsere Zellen nicht mehr richtig auf das Insulin reagieren. Studien zeigen, dass gut zwei Drittel der Übergewichtigen bereits insulinresistente Zellen haben. Allerdings: Ganz so simpel ist das Ganze leider nicht: Zwar tritt Diabetes häufig in Verbindung mit Übergewicht auf, aber längst nicht alle Übergewichtigen werden Diabetiker.

"Es gibt auch fettleibige Menschen mit Insulinresistenz, die trotzdem nie einen Diabetes entwickeln", erklärt Annette Schürmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung  (DIfE).  Umgekehrt wirkt beugt Bewegung bei einigen Menschen effektiver einem Diabetes vor als bei anderen.  Und auch wer familiär vorbelastet ist, erkrankt nicht automatisch. Selbst bei genetischer Belastung lässt  sich die Krankheit durch ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung hinauszögern oder verhindern.

Was kann ich tun?

Wir können einiges tun, um unser Diabetesrisiko gering zu halten. Und selbst wenn wir schon an Diabetes erkrankt sind, gibt es einige Tipps, die helfen, die Krankheit im Zaum zu halten. Wir haben die sieben wichtigsten für Sie zusammengestellt.

  1. Meiden Sie gezuckerte oder mit Süßstoff gesüßte Limonaden. Löschen Sie ihren Durst lieber mit ungesüßtem Früchtetee oder Wasser.
  2. Süßigkeiten wie Schokolade und Fastfood sollten Sie nur in Maßen essen. Für den kleinen Hunger zwischendurch lieber mal in einen Apfel beißen.
  3. Wurst und Fleisch mit viel Fett sollten die Ausnahme sein. Denn die ungesättigten Fette dieser Lebensmittel machen nicht nur dick, sie beeinträchtigen auch den Stoffwechsel.
  4. Achten Sie auf ihr Gewicht und den Bauchumfang. Denn gerade der Fettansatz am Rumpf kann das Diabetesrisiko erhöhen.
  5. Vollkornbrot statt Weißmehl, Müsli statt Croissant: Essen Sie möglichst zuckerarm und ballaststoffreich. Denn dann schüttet der Körper weniger und langsamer Insulin aus – und das schont die Zellen.
  6. Bringe Sie ihre Körper regelmäßig in Bewegung. 30 bis 60 Minuten am Tag sind optimal. Das muss nicht das Fitnessstudio oder langes Joggen sein, auch ein Spaziergang oder die Fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit zählen mit.
  7. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Entspannungsphasen. Denn Schlafmangel und Stress erhöhen das Diabetesrisiko.
NPO, 13.11.2015
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